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Antibiotika

Weniger Tier-Antibiotika in der Landwirtschaft

Natur & Umwelt | Dienstag, 14. November 2017 14:45, sda

Seit 2008 sind in der Landwirtschaft die Antibiotika-Käufe für den Einsatz in der Tiermedizin um 45 Prozent auf knapp 38,4 Tonnen im letzten Jahr gesenkt worden. Doch der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen ist noch nicht ausgefochten.

Allein im 2016 gingen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent zurück, wie der Schweizer Bauernverband (sbv) unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BVET) am Montag mitteilte.

Verbrauch entscheidend
Verkaufszahlen haben aber nur eine bedingte Aussagekraft, wie das BVET auf Anfrage betonte. «Nicht der Verkauf der Antibiotika istentscheidend, sondern deren tatsächlicher Einsatz», sagt StefanKunfermann vom BVET. «Über den Einsatz von Antibiotika in derTiermedizin liegen aber keine Daten vor. Um diese Wissenslücke zuschliessen, braucht es die nationale Datenbank, die Anfang 2019 inBetrieb gehen soll.»

Auf die Antibiotikaverbrauchsdatenbank im Veterinärbereich verweistauch der Bauernverband in seiner Mitteilung. In dieser Datenbanksoll künftig jeder Antibiotikaeinsatz erfasst werden. WerdenAntibiotika in einem Stall übermässig eingesetzt, kann der Bundgezielt intervenieren.

Die Themen Antibiotikaeinsatz und -resistenzen seien für dieLandwirtschaft von grösster Bedeutung, schreibt der sbv in seinerMitteilung. Seit dem ersten Schritt 1999 mit dem Verbot vonAntibiotika in Form von antimikrobiellen Leistungsförderern imFutter sei viel getan worden. Mit Hilfe einer ganze Reihe vonProjekten sei es gelungen, den Antibiotikaverbrauch in derLandwirtschaft zu senken.

Homöopatie im Stall
Zahlreiche weitere Anstrengungen würden unternommen, so der Einsatzhomöopatischer Medizin im Tierbereich sowie zahlreiche Programmezur Verbesserung der Tiergesundheit.

Doch die Resistenzproblematik sei noch lange nicht gelöst, schreibtder sbv. Tierärztinnen, Tierärzte und Nutztierhalter nehmen dieResistenzproblematik ernst; die Landwirtschaft bleibe weiter dran. «Es ist aber nicht möglich, dass die Landwirtschaft die Problemeder Humanmedizin löst, die diese in Spitälern und Arztpraxen selberverursacht. Sie muss ihre Hausaufgaben ebenfalls machen», fordertder Bauernverband.

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