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Drosselrohrsänger

Zugvögel mit zwei Ferienresidenzen

Natur & Umwelt | Sonntag, 11. Februar 2018 15:45, pd/lni

Viele unserer Zugvögel befinden sich momentan in ihren Winterquartieren in Afrika. Wenig bekannt ist, dass die Vögel auch im Winter weite Strecken zurücklegen können.

Die Vogelwarte konnte mithilfe von Geolokatoren zeigen, dass viele Drosselrohrsänger mitten im Winter in Gebiete weiterziehen, die ihnen mehr Nahrung bieten.

Wenn Drosselrohrsänger im afrikanischen Winterquartier ankommen, ist die Reise für die kleinen, unscheinbar gefärbten Brutvögel unserer Schilfgebiete nicht zu Ende. Fachleute der Vogelwarte und der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik haben mit Hilfe von Geolokatoren herausgefunden, dass die Mehrheit der untersuchten Drosselrohrsänger mitten im Winter in ein zweites Winterquartier ziehen.

Die Studie, welchde die Vogelwarte am Dienstag publizierte, berücksichtigte zwei unterschiedliche Populationen: Die eine brütet in der Tschechischen Republik, die andere in Bulgarien. Von beiden Populationen zog ein gleich grosser Anteil der Vögel mitten im Winter in ein zweites Winterquartier.

Bis zu 1200 Kilometer lange Reise
Die Tschechischen Vögel verbrachten die erste Winterhälfte in Westafrika südlich der Sahara und flogen dann weiter nach Südwesten – im Mittel 600 Kilometer. Bulgarische Drosselrohrsänger, die ein zweites Winterquartier aufsuchten, verliessen Zentralafrika und zogen im Mittel 1200 Kilometer Richtung Südosten.

«Dieser innertropische Zug ist eine Anpassung der Vögel an die wechselnden Bedingungen in ihren Winterquartieren», sagt Steffen Hahn, Forscher der Abteilung «Vogelzug» der Schweizerischen Vogelwarte und Studienautor.

Tatsächlich zeigt die Studie, dass die Mehrheit der Vögel in feuchtere und grünere Gebiete zieht, wo es auch mehr Insekten geben dürfte, auf die der Drosselrohrsänger als Nahrung angewiesen ist. «Wie bereits beim Wiedehopf und anderen Vogelarten belegen diese innertropischen Zugbewegungen, wie wichtig es ist, dass unsere Zugvögel im Winterhalbjahr genügend geeignete und nahrungsreiche Winterquartiere finden».

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