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Umweltzerstörung

Alarmierender Rückgang der Feuchtgebiete weltweit

Natur & Umwelt | Sonntag, 30. September 2018 15:18, sda/dpa

Die besonders artenreichen Feuchtgebiete verschwinden weltweit in alarmierendem Ausmass. Zwischen 1970 und 2015 sind 35 Prozent der Feuchtgebiete verloren gegangen, heisst es in einem neuen Bericht.

Schuld seien etwa der Klimawandel, Umweltverschmutzung und Städtebau in Küstenregionen und Flussmündungen. «Mehr als 25 Prozent der Pflanzen und Tiere in Feuchtgebieten sind in Gefahr, auszusterben», schreiben die Naturschützer.      

Der Bericht stammt vom Sekretariat der Ramsar-Konvention, einem der ältesten internationalen Naturschutzabkommen von 1971. Ramsar ist die Stadt im Iran, wo die Konvention ausgehandelt wurde. Mehr als 170 Länder haben sie ratifiziert und sich verpflichtet, Feuchtgebiete zu schützen. Die Länder tagen vom 21. bis 29. Oktober in Dubai.    

«Wir müssen diesen Trend dringend gemeinsam umkehren, und damit die Zukunft der Feuchtgebiete und auch unser eigenes Überleben sichern», sagte Martha Rojas Urrego, Generalsekretärin der Konvention.  

Die Autoren schätzen den Umfang der Feuchtgebiete weltweit auf 12,1 Millionen Quadratkilometer. Ein Drittel davon befindet sich in Asien, in Europa 12,5 Prozent. Dazu gehören Seen, Sumpfland, Küstenregionen, Lagunen, Mangroven und Korallenriffe. Direkt oder indirekt lieferten sie praktisch das gesamte Trinkwasser für die Menschheit. 40 Prozent aller Arten lebten oder brüteten dort, und mehr als eine Milliarde Menschen lebe von den Feuchtgebieten. Sie versorgten die Menschen mit Essen und genetischen Ressourcen für Medikamente. Sie verhinderten Überschwemmungen, schützten Küsten, und regulierten das Klima.

Überdüngung erzeugt Probleme  
Bedroht würden die Gebiete neben der Bebauung auch durch wachsenden Abfluss von Düngemitteln. Der Einsatz sei nach Uno-Schätzungen in den vergangenen zehn Jahren zum 25 Prozent gestiegen. Dadurch wachsen in den Feuchtgebieten artfremde Pflanzen so rasant, dass sie anderen Pflanzen und Tieren Sauerstoff nehmen, wie die Autoren schreiben.  

In anderen Fällen veränderten immer mehr Staudämme den ursprünglichen Wasserhaushalt an Flüssen. 80 Prozent der Abwässer fliessen nach dem Bericht zudem ungenügend gefiltert in Feuchtgebiete.

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