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Konzerne gründen Allianz gegen Plastikmüll

Natur & Umwelt | Freitag, 18. Januar 2019 08:00, awp sda dpa

Rund 30 globale Konzerne haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um Plastik-Müll in der Umwelt zu reduzieren.

Die Unternehmen aus der Chemie-, Kunststoff-, Konsumgüter- und Abfallbranche gründeten am Mittwoch in London eine Allianz, die bis 2024 etwa 1,5 Milliarden Dollar investieren will.

Entwicklung von Technologien
Ziel sei es, Lösungen und Technologien zu entwickeln, mit denen sich die unkontrollierte Plastik-Entsorgung etwa ins Meer stoppen lasse, erklärte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt.

Das Geld der «Alliance to end plastic waste» («Bündnis zum Ende von Plastikmüll») solle in Projekte für Recycling, Wiederverwertung und Sammlung von Kunststoffabfällen fliessen. «Kunststoffe sind sehr leistungsfähige, vielseitig einsetzbare und ressourcenschonende Materialien», sagte VCI-Präsident Hans Van Bylen.

Sie dürften aber nicht als Abfall in die Umwelt gelangen. Teil des Bündnisses sind die Energieriesen Shell und Total, der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble und die deutschen Unternehmen BASF, Covestro und Henkel.

Die Allianz will ihre Bemühungen zunächst auf Afrika und Asien-Pazifik konzentrieren, wo besonders viel Plastik-Müll in die Meere gerät. Dort sollen in Zusammenarbeit mit Regierungen und Verwaltungen etwa Entsorgungswege für Plastik aufgebaut, Gebiete von Müll gereinigt und Menschen über die Umweltschäden aufgeklärt werden.

Greenpeace begrüsst Vorhaben
Greenpeace begrüsste das Vorhaben. Es sei höchste Zeit, Kunststoff-Müll einzudämmen, sagte Manfred Santen, Experte für Plastik bei der Umweltorganisation. Die Konzerne müssten aber auch ihre Packungsgrössen für Konsumgüter oder Lebensmittel ändern, die gerade für arme Kunden in Schwellenländer immer kleiner würden. «Der Trend geht in die komplett falsche Richtung», kritisierte Santen.

Der Umweltverband WWF lobte ferner das finanzielle Engagement der Unternehmen. Es fehlten aber verbindliche Ziele sowie Bekenntnisse, die eigene Produktionsstätten und Lieferketten zu ändern. Kunststoff-Firmen müssten die Recyclingfähigkeit von Materialien verbessern und Konsumgüterhersteller unnötige Verpackungen vermeiden.

Die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik ist eines der drängendsten Umweltprobleme weltweit. Im Jahr 2050 könnte in den Weltmeeren mehr Plastik als Fisch schwimmen, schätzt die EU. Sie will Plastik-Wegwerfartikel wie Trinkhalme und Besteck bis 2021 verbieten.

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