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Tierwelt 26/2013

«Ich bin dankbar für meine Kindheit auf dem Bauernhof»

Unterhaltung | Donnerstag, 27. Juni 2013 07:30, Stephanie Federle

Mundart-Sänger George ist auf einem Bauernhof in Kallnach BE mit Kühen, Schweinen, Katzen und Hunden aufgewachsen. Die grosse Tierliebe ist bis heute geblieben. 

George ist ein absoluter Tierfreund. Kein Wunder, verbringt er seine Freizeit gerne im ruhigen Kuhstall auf dem Bauernhof seiner Eltern in Kallnach BE. Hier fühlt sich der Sänger heimisch, hier ist er gemeinsam mit drei Geschwistern aufgewachsen. «Ich bin dankbar für meine Kindheit auf dem Bauernhof», sagt er, der mit vollem Namen George Schwab heisst. Natürlich hätte er manchmal im Sommer seine schulfreien Nachmittage gerne im Schwimmbad verbracht. Doch oft musste der junge George gemeinsam mit seinen Geschwistern auf dem Hof mithelfen. «Heute verstehe ich das.» 

An eine Begebenheit aus seiner Kindheit kann er sich noch besonders gut erinnern: George war zwölf Jahre alt, als er seinem Vater einmal bei der Stallarbeit helfen musste. Ausgerüstet mit Gummistiefeln und einer Schubkarre voll mit Mist, machte sich der Junge auf den Weg zum Misthaufen. Kurz davor stolperte er und fiel mit dem Gesicht mitten in den Dreck. «Das werde ich nie mehr vergessen», sagt George und lacht. 

George arbeitet nicht nur als Musiker, sondern auch als Landschaftsgärtner
Aus dem tierliebenden Jungen ist kein Landwirt geworden – den elterlichen Hof hat sein Bruder übernommen. George lernte Landschaftsgärtner. Ein Beruf, den er auch heute noch neben seiner Musik ausübt. «So habe ich ein regelmässiges Grundeinkommen», sagt er. Von der Musik konnte er nie ganz leben. Das Musikgeschäft in der Schweiz sei zu unsicher. «Mal hast du viele Konzerte und ein gutes Einkommen, dann geht wieder gar nichts», sagt er. Die Arbeit in der Natur sei ein schöner Ausgleich zu seinem Leben auf der Bühne. «Während ich draussen arbeite, komme ich auf die besten Songideen», sagt George. 

Letztes Jahr hat der Sänger sein sechstes Album «Früschi Luft» veröffentlicht. Ein Erfolgsalbum, das gleich in die Top Ten der Schweizer Albumcharts eingestiegen ist. Über zehn Jahre lang spielte George mit der gleichen Band. Doch für das neue Album trennte er sich von seinen langjährigen Bandkollegen. Heute spielt er in einer ganz neuen Formation. «Das war nicht einfach», erinnert sich der Musiker. Er musste sich viele negative Äusserungen von entrüsteten Fans anhören. Auch seine ehemaligen Bandmitglieder waren enttäuscht. Doch George hatte das Gefühl an Ort und Stelle zu treten. «Ich brauchte etwas Neues, Frisches», sagt er. So ist auch der Album-Name «Früschi Luft» entstanden. 

Auf der Bühne steht George gerne im Mittelpunkt und gibt Vollgas
Zurzeit ist George mit seiner Band auf Tournee. Bis zu vier Mal pro Monat steht er auf der Bühne. Obwohl er schon seit über 20 Jahren Musik macht, ist er vor jedem Auftritt nervös. «Früher war ich bereits eine Woche vor dem Konzert unglaublich aufgeregt, heute sind es nur noch ein paar Stunden vorher», sagt er. Doch sobald er den Applaus nach dem ersten Lied höre, beruhige er sich und könne das Konzert geniessen. Auf der Bühne gibt er immer Vollgas – dann liebt er es, im Mittelpunkt zu stehen. Privat ist das ganz anders, George ist eher zurückhaltend und ruhig. «Das sind einfach zwei Seiten von mir.» 

Heute wohnt der Musiker im Kallnacher Nachbardorf Siselen und besitzt mit seiner Freundin zwei Katzen: Cara und Shaqiri. Shaqiri hiess früher eigentlich Shakira. «Man sagte uns, dass das kleine Kätzchen ein Weibchen sei. Erst nach ein paar Monaten merkten wir, dass es doch ein Männchen ist», erzählt George lachend. So wurde aus Sängerin Shakira Fussballer Shaqiri. Das Besondere an der Katze ist, dass sie apportieren kann – wie ein Hund. Immer wieder bringt sie das Spielzeug zurück und wartet, bis es George erneut wirft. 

Vielleicht weiss Shaqiri, wie gerne der Sänger Hunde mag. Denn George ist mit Berner Sennenhunden aufgewachsen und fühlte sich schon immer zu ihnen hingezogen. «Das sind extrem dankbare Tiere, sie sind absolute Familienhunde», schwärmt George. Am liebsten möchte er später einmal einen eigenen Hund haben. Doch im Moment liege es zeitlich einfach nicht drin. «Wenn ich einen Hund habe, dann möchte ich mich auch um ihn kümmern können», sagt er. Doch eines sei völlig klar: Falls  er sich einmal einen Vierbeiner kaufen werde, dann müsse es ein Berner Sennenhund sein.

Bis es jedoch so weit ist, hat George guten Ersatz gefunden: Kira, die zweijährige Berner Sennenhündin seines Bruders, verbringt noch so gerne ein paar Schmusestunden mit dem tierliebenden Sänger. 

 


George – Hie bini deheim. Quelle: YouTube/92648965

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