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Eintagsküken

Mit Provokation zu mehr Aufmerksamkeit

1 Kommentare Nutztiere, Unterhaltung | Montag, 17. März 2014, idw/Matthias Gräub

Karl Kohldampf und Willi Weich stehen zum Verkauf. In einem fiktiven Projekt von Marketingstudenten sollen Küken als Duschschwamm und Tennisball veräussert werden. Das Ziel der Kampagne: Aufmerksamkeit.

Da packt doch tatsächlich einer eine ganze Schar Küken in einen Boxsack, hängt das Sportgerät auf und schlägt darauf ein, dass die Flaumfedern nur so fliegen. Und ein anderer übt seinen Tennis-Return. Anstatt auf den Filzball haut er auf ein Küken. Angepriesen wird der kleine Vogel auf dieser makaberen Website unter dem Namen «Volker Vital – Dein idealer Trainingspartner».

Jedem Tierfreund dürfte es beim Anblick dieser Szenen im Herzen wehtun. Was dieser ominöse Jungunternehmer «Mike» da auf seiner Internetseite anbietet, geht doch über die Grenzen des guten Geschmacks. Unter dem Vorwand, dass in Deutschland jeden Tag 137'000 männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet werden, verlockt er Tierfreunde und Gutmenschen zum Kauf von «Ludwig Laut» und «Willi Weich», wie er die Küken nennt. 

Skrupelloser Geschäftemacher?
Anstatt nach einem Lebenstag im Schredder zu landen, sollen die Küken also einen Sinn erhalten, «um den menschlichen Tagesablauf perfekt zu ergänzen», schreibt «Mike» auf seiner Website. «Willi Weich» beispielsweise soll als Duschschwamm eingesetzt werden, «Karl Kohldampf» Krümel in der Computertastatur wegpicken. So lässt sich also Geld machen?! «Schande über ‹Mike›», ist man hier geneigt zu sagen. Ein schnöseliger BWL-Studienabgänger, der sich mit dem Leid der Küken eine goldene Nase machen will.

Die Wahrheit sieht ganz anders aus. «Mike» existiert gar nicht. Er ist frei erfunden und sein Projekt «Chicksal» ist nicht etwa eine Werbekampagne für den Verkauf von Eintagsküken als «ressourcenschonende Helfer für den Alltag», wie die Homepage suggeriert, sondern eine Kampagne von Design- und Marketingstudenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg, die einzig die Aufmerksamkeit auf das Schicksal männlicher Küken lenken will.

Der «Shitstorm» war geplant
Und das funktioniert. Der «Shitstorm», das Eindreschen des Publikums war von Anfang an geplant – und er ist eingetroffen. Ähnlich einem verfrühten Aprilscherz sind offensichtlich etliche Tierfreunde auf die fiktive Geschäftemacherei hereingefallen und haben ihrer Entrüstung öffentlich Luft gemacht. Ziel erreicht: Aufmerksamkeit erlangt.

Die Ravensburger Studenten haben mit «Chicksal» den Publikumspreis bei der «GWA Junior Agency», einem Nachwuchswettbewerb der Werbebranche gewonnen. Und ausserdem das Internet auf das «Chicksal» männlicher Legeküken aufmerksam gemacht.

www.chicksal.de

Kommentare (1)

Wall-E am 22.03.2014 um 02:12 Uhr
hahahaaaa, ich hätte für sein Unternehemen eingezahlt xD

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