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Ausstellung

Uni Zürich zeigt singende Menschenaffen

Unterhaltung | Dienstag, 8. April 2014, sda

Gibbons verständigen sich durch Gesang und pflegen mit Duetten ihre Beziehungen. Eine Sonderausstellung im Anthropologischen Museum der Universität Zürich widmet sich den vom Aussterben bedrohten Tieren.

Duettgesang des Kappengibbon-Paares «Blacky» und «Iok» im Zoo Zürich, 1988. (© Thomas Geissmann)

Die exotischen Lieder der Gibbons erklingen bei Tagesanbruch und reichen von lautem Heulen über kehliges Flöten, rhythmisches Stakkato bis zu Melodien in aufsteigenden und abfallenden Tonhöhen. Sie gehören zu den spektakulärsten Rufen unter den Säugetieren und gelten als bestes Modell für die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Musik, wie die UZH am Dienstag mitteilte.

Die kleinen Menschenaffen werden rund 5 bis 12 Kilogramm schwer und bewohnen die Kronenregionen der Urwaldbäume des südostasiatischen Dschungels. Dort leben sie in kleinen Familiengruppen zusammen, die aus einem Elternpaar sowie ein bis drei Jungtieren bestehen. Diese monogame Gruppenstruktur kommt nur bei rund drei Prozent aller Säugetiere vor.

Singende Kletterkünstler bekannter machen
Auch was ihre Fortbewegung angeht, sind Gibbons im Vergleich mit anderen Primaten hochgradig spezialisiert. Sie beherrschen das «Schwinghangeln» perfekt, wie es in der Mitteilung heisst. Das ist nicht nur energiesparend sondern erweitert auch den Bewegungsspielraum erheblich. Ausserdem können die kleinen Affen auf den Ästen stehen und aufrecht gehen wie kein anderer Menschenaffe.

In der Öffentlichkeit sind Gibbons wenig bekannt, obwohl sie mit dem Homo sapiens nach den Schimpansen, Gorillas und Orang Utans verwandter sind als alle anderen Primaten. Die Sonderausstellung «Gibbons - die singenden Menschenaffen» stellt die singenden Kletterkünstler vor und macht auf die prekäre Lage der Tiere aufmerksam.

Denn der Lebensraum der Gibbons wird immer weiter zerstört, die Wälder werden abgeholzt und die Tiere gejagt, um sie zu verzehren, als Haustier zu verkaufen oder zu traditioneller Medizin zu verarbeiten. In China haben die Gibbons laut Mitteilung 99 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets verloren. Weltweit sind 18 von 19 Gibbonarten bedroht, bei vier davon gilt die Lage als kritisch.

Die Sonderausstellung «Gibbons - die singenden Menschenaffen» ist vom 10. April 2014 bis 10. April 2015, im Museum für Anthropologie der UZH, Winterthurerstrasse 190 in Zürich zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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