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Filmtipp

Marsch durch die Wüste

Unterhaltung | Donnerstag, 17. April 2014 07:30, Jonas Baud

Die Australierin Robyn Davidson sorgte vor rund 35 Jahren für Aufsehen, als sie nur in Begleitung von vier Kamelen und einem Hund 2700 Kilometer durch die Wüste ihres Heimatlandes wanderte. Ihr Höllentrip wurde nun verfilmt.

«Tracks». Trailer: YouTube/vipmagazin; Titelbild: © Ascot Elite Entertainment Group

Eine Reise durch halb Australien durch die Wüste zum Indischen Ozean, alleine und zu Fuss. Wenn Robyn Davidson, im Film gespielt von der australischen Schauspielerin Mia Wasikowska, von diesem Vorhaben erzählte, erhielt sie meist zur Antwort: «Das schaffst du nie», oder «Bist du wahnsinnig?». Doch die junge Frau liess sich davon nicht beirren: Davidson hatte es sich nun mal in den Kopf gesetzt, ihre «verrückte Idee» in die Wirklichkeit umzusetzen. 

Sie zog mit ihrem schwarzen Hund «Diggity» nach Alice Springs, mitten ins trockene Herz Australiens und heuerte bei Kameltreibern an, um den Umgang mit diesen Tieren zu lernen. Sie hatte vor, Kamele als Lasttiere auf ihren Trip mitzunehmen. Doch fehlten ihr die Mittel, um ihre Reise zu finanzieren. Davidson wandte sich ans Magazin «National Geographic»: Dieses willigte ein als Sponsor aufzutreten, unter der Bedingung, dass ein Fotograf (gespielt von Adam Driver) ihre Reise dokumentieren werde. Zähneknirschend akzeptierte die junge Frau, obwohl sie eigentlich am liebsten alleine sein wollte. 

 «Tracks – Spuren», Spielfilm, 112 Minuten,
 Verleih: Elite Film, ab 17. April im Kino.

Nach der langen Vorbereitungsphase konnte es endlich losgehen, zusammen mit vier Kamelen und ihrem treuen Vierbeiner. Sie wanderte neun Monate in Einsamkeit und unbarmherziger Hitze durch die Wüste Australiens –  unterbrochen nur von Fotosessions, die Davidson genervt über sich ergehen liess. Teilweise wurde sie begleitet von einem knorrigen Eingeborenen namens «Mr. Eddy». Ihr Weg führte auch durch heilige Gebiete der Aborigines, die eine Frau alleine nicht betreten darf. Um ihr Ziel zu erreichen, nahm sie körperliche und geistige Strapazen hin; sie gab aber nicht auf. Die Expedition stiess in den Siebzigerjahren auf ein grosses Echo. Die Medienwelt stürzte sich begeistert auf das Thema und Davidson wurde weltberühmt. 

Mia Wasikowska als Idealbesetzung
Die Abenteurerin schrieb ein Buch über ihre Reise; es wurde zum Bestseller und zur Pflichtlektüre in den Schulen Australiens. Nun hat es «Tracks – Spuren» auch ins Kino geschafft. Dem Regisseur John Curran («Der bunte Schleier») ist ein einfühlsames Porträt einer starken jungen Frau gelungen. Die Besetzung der Hauptrolle mit Mia Wasikowska ist ein Volltreffer; sie war auch für die «echte» Robyn Davidson die erste Wahl. Wasikowska zeigt eine eindringliche und leidenschaftliche Performance. Auch visuell beeindruckt der Film durch Aufnahmen der landschaftlich reizvollen australischen Wüste. «Tracks – Spuren» verspricht Natur-Abenteuer, grosse Gefühle und Spannung – Zutaten, die es für einen guten Kino-Ausflug braucht.

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