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Humor

Loriots Waldmops wird in Brandenburg angesiedelt

Unterhaltung | Freitag, 27. Juni 2014, sda/afp

Der Sketch, in dem Loriot die These vertrat, der Mops habe sich durch «blinden Züchterehrgeiz» aus dem Elch entwickelt, ist ein Klassiker. Nun wird dem Waldmops in Loriots Heimatstadt ein bronzenes Denkmal gesetzt.

Der Kulturverein Brandenburg an der Havel will mit dem Kunstwerk einen der berühmtesten Söhne der Stadt ehren. Denn Loriot alias Vicco von Bülow wurde 1923 da geboren und war der Stadt bis zu seinem Tod verbunden. Den Wettbewerb um die Gestaltung entschied überraschend die erst 23-jährige Innenarchitektur-Studentin Clara Walter für sich. Dem Verein zufolge hat sie sich gegen zahlreiche renommierte Künstler und Planungsbüros durchgesetzt.

Im Humboldthain, einem Park in der Brandenburger Innenstadt, sollen acht mit Geweihen versehenen Bronze-Waldmöpse aufgestellt werden. Jedes der etwa 50 Zentimeter grossen Tiere wird mit Fundamenten diebstahlsicher im Boden verankert.

Lob von höchster Stelle
Das possierliche Rudel soll von einer kleinen Brücke aus, dem «Waldmops-Informationszentrum», zu sehen sein. Dort werde eine Tafel «alles erklären, was Loriot zum Thema Waldmops hinterlassen» hat. Teil der Installation ist auch ein Sockel, auf dem statt einer Statue Loriots nur seine Fussabdrücke abgebildet sein werden.

Lob für den Entwurf der gebürtigen Berlinerin Walter gab es von hoher Stelle. «Die wilden Waldmöpse werden ein Brandenburger Alleinstellungsmerkmal», erklärte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, der Vorsitzender des Kulturvereins ist und Mitglied der Jury war. Ebenfalls für das Waldmops-Modell votierte der Loriot-Freund und Sänger Max Raabe («Kein Schwein ruft mich an»).

Inspirirert durch Wölfe
Die Künstlerin Clara Walter erklärte, sie habe verfolgt, dass in Brandenburg wieder Wölfe angesiedelt würden und das habe sie auf ihre Idee gebracht. «Ich dachte, ich muss einen Platz finden, wo man die Waldmöpse wieder auswildern kann», sagt die gebürtige Berlinerin.

Die Tatsache, dass die Möpse aus Bronze seien, unterstreiche, dass es sich um ein ernsthaftes Denkmal handele. Auch der leere Sockel habe eine Bewandtnis: «Mir war wichtig, dass der Besucher nicht nur das Denkmal sieht und es dann registriert und vergisst», sagt die 23-Jährige. Er solle auch darüber nachdenken, wo Loriot hin sei.

Nach ihrem Studienabschluss wird die Innenarchitektin nun mit dem Waldmops-Projekt ins Berufsleben starten. Der Verein stellt ihr für die Umsetzung 50'000 Euro zur Verfügung. Im April nächsten Jahres sollen das «Informationszentrum» eingeweiht und Loriots Waldmöpse der Öffentlichkeit übergeben werden.

Der Waldmops-Sketch von Loriot:

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