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Mythologie

Medusa und die Rache der Göttin Athene

Unterhaltung | Donnerstag, 30. Oktober 2014 08:00, Alice Tsirigotakis

Aus dem Reich der griechischen Götter gibt es vieles zu erzählen. So auch den Mythos von Medusa, deren schreckliches Wesen so manchen tapferen Mann zu Stein erstarren liess. Medusa war unverwüstlich, bis – nun ja, bis Perseus kam. 

Urlaub im Land der Hellenen – das sind bekanntlich erholsame Strandferien. Am Abend in einer Taverne einen kühlen Wein trinken und dazu einen feinen Fisch essen. Am nächsten Morgen an den Strand schlendern, sich ein schönes Plätzchen suchen, sein Strandtuch ausbreiten und den ganzen Tag im Wasser verbringen – tagein, tagaus. Alles wunderschön, wenn da nicht die Strömung diese glibberigen, unschönen Dinger anschwemmen würde: rosarote Quallen, die einem den Sprung ins kühle Nass vermiesen. Beim Zeus! Aus ist es mit der Entspannung.  

Die Götter im alten Griechenland hatten schon immer einen Hang zur Dramatik. Kehrte auf dem Olymp endlich einmal Ruhe ein, wurde schon wieder Zwietracht gesät. Schöne Menschen wurden in Ungeheuer verwandelt, Helden getötet, Liebe vorgetäuscht und Rache geübt. Wen wundert es, dass der Wissenschaftler Carl von Linné 1758 die faszinierende und zugleich unheimliche Spezies der Qualle nach dem Ungeheuer Medusa nannte?

Beim Betrachten der pilzförmigen, fast durchsichtigen Meeresbewohner, die mit ihren Tentakeln majestätisch durchs Wasser gleiten, fällt der Vergleich mit der mythologischen Gestalt der Medusa nicht schwer. Die Haare dieser grausigen Erscheinung, die jeden Betrachter in Stein verwandelte, bestanden aus giftigen, zischenden Schlangen.  

Quallen leben in allen Ozeanen der Welt. Ihr gallertartiger Körper, der aus zu 98 Prozent Wasser besteht, existiert in vielen unterschiedlichen Formen und Farben. Typischstes Merkmal der Quallen sind jedoch ihre Tentakeln, die mit giftigen Nesselzellen ausgestattet sind, welche ein giftiges Sekret absondern. Mit den langen Fangarmen greifen sich die Medusen ihre Beute, töten oder lähmen sie mit ihrem Gift und führen ihre Nahrung danach in ihre Mundöffnung. 

 Pazifische Seenesselqualle (Chrysaora fuscescens), Bild: Sam DeLong/Flickr, cc-by-sa
 

Wie Medusa ihren Kopf verlor
Man erzählt sich, dass das Haupt der Medusa den Schild der Göttin Athene schmückte und zur Abschreckung und zum zusätzlichen Schutz im Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unsitte diente. Doch wie verlor Medusa ihr Haupt und wie kam ihr grausiger Kopf auf Athenes Schild?    

Medusa lebte mit ihren zwei Schwestern im frostigen Gebirge des Atlas. Von den drei Schwestern, die auch Gorgonen genannt wurden, war Medusa die einzig Sterbliche. Wegen ihrer wunderschönen Gestalt und der auffallenden Haarpracht, wurde sie von so manchem Freier begehrt. So kam es, dass auch Poseidon, Gott des Meeres und Bruder des Zeus, ihr den Hof machte. Als aber Athene, Göttin des Krieges und der Weisheit, ihren Onkel Poseidon und Medusa beim Liebesspiel in einem ihrer Tempel erwischte, verwandelte sie die junge Gorgone in ein Ungeheuer. Von nun an hauste Medusa als schreckliche, geflügelte Gestalt mit heraushängender Zunge und Schlangenhaaren in der Einöde des Atlasgebirges. Ihr grausiges Aussehen liess jeden zu Stein erstarren.   

 Perseus mit dem Kopf der Medusa (Cellini)
 Bild: Dodo/wikipedia.org

Viele heldenhafte Männer versuchten, das Ungeheuer zu besiegen – so auch Perseus. Athene war, wie die meisten der olympischen Götter, leicht zu kränken und nachtragend. Sie sah in Perseus Vorhaben eine Möglichkeit sich weiter an Medusa, die ihren Tempel entweiht hatte, zu rächen. Athene eilte dem jungen Helden zu Hilfe und schenkte ihm einen glänzenden Schild, in dem sich die Medusa spiegelte. Perseus näherte sich mit dem Rücken zur schrecklichen Gestalt, ihr Spiegelbild im glanzenden Schild immer im Blick. Ohne der Medusa direkt ins Antlitz zu schauen, wurde Perseus nicht in Stein verwandelt und konnte Medusa enthaupten. Ihren Kopf benutzte er fortan bei seiner Heldenreise als Schutz vor Titanen, Kriegern und bösen Königen. Athene, befriedigt durch ihren Sieg über Medusa, befestigte nach Perseus Reise das Haupt der Gorgone an ihren Schild. 

Jedes Schrecken hat ein Ende
Glücklicherweise sind die rosaroten Quallen, die an den Stränden der Ägäis angeschwemmt werden weder tödlich, noch lassen sie jemanden zu Stein erstarren. Ein unangenehmes Brennen können sie aber durchaus auslösen. Die Medusen am weissen Sandstrand sind trotzdem kein Grund, sich den Urlaub verderben zu lassen. Sie kommen und gehen mit der Strömung. Vielleicht als kleines Zeichen von Poseidon, Gott des Meeres, der seine geliebte Medusa nie vergessen hat. 


Info:

Quallen leben in allen Ozeanen der Welt. Ihr gallertartiger Körper, der aus zu 98 Prozent Wasser besteht, existiert in vielen unterschiedlichen Formen und Farben. Typischstes Merkmal der Quallen sind jedoch ihre Tentakeln, die mit giftigen Nesselzellen ausgestattet sind, welche ein giftiges Sekret absondern. Mit den langen Fangarmen greifen sich die Medusen ihre Beute, töten oder lähmen sie mit ihrem Gift und führen ihre Nahrung danach in ihre Mundöffnung. 

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