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Buchtipp

Menschliche und tierische Hollywood-Helden

Unterhaltung | Montag, 10. November 2014, Matthias Gräub

Wie der Hund, so der Halter. Das galt schon vor fast 100 Jahren, als man in der Traumfabrik Hollywood auf den Hund kam. So hatte jeder Filmstar, der etwas auf sich hielt, einen vierbeinigen Begleiter an seiner Seite.

Noch kennt sie niemand, die junge Dame auf dem Bild oben. Aber bald schon wird sie ein Star sein. Von ihrem Vater bekommt sie einen Pudel zum vierten Geburtstag geschenkt. Das war 1950. Wissen Sie, um wen es sich handelt? Klicken Sie auf die Schaltfläche unten, um die Lösung zu sehen.

Liza Minnelli

Die Autoren des neu erschienenen Buches «Hollywood Dogs» haben tief im Archiv der John Kobal Foundation gegraben, einer Sammlung mit hunderttausenden von Fotografien der Hollywood-Filmstars. Und sie sind fündig geworden. Beinahe jeder aus dem «Who is who» in der Filmmetropole hat sich – mindestens einmal im Verlauf seiner Karriere – mit Hunden ablichten lassen.

Das Buch sammelt diese Schnappschüsse, die zwar meist genauso akribisch inszeniert und gestellt sind wie alle anderen Porträts, aber durch den vierbeinigen Partner eine gewisse neue Dimension erhalten. Da auch die wohlerzogensten Hunde nie hundertprozentig gehorchen, ist in den Bildern immer auch eine Spur Improvisation zu sehen.


MGM, 1950 in in «Hollywood Dogs» / ACC Editions

Gerade bei ihr. Die junge Frau scheint unglaublich viel Spass dabei zu haben, ihren Cocker-Spaniel Amy zu baden. Zum Zeitpunkt dieses Fotos, 1950, ist sie schon ein Star. Und darum wirkt es besonders erfrischend, schäumt sie für einmal ihren Hund ein, anstatt Glamour zu versprühen. Wissen Sie, wer es ist?

Elizabeth Taylor

Nicht immer allerdings ist in Hollywood der Mensch der wahre Star. Wenn in modernen Filmen Tiere die Hauptrollen spielen, werden dafür meist technische Hilfsmittel eingesetzt. So ist es nicht selten, dass ein tierischer Star komplett aus digitalen Animationen besteht.

Früher war das anders. In der Traumfabrik Hollywood wurden auch Hunde zu Stars gemacht. Rin Tin Tin etwa, der Deutsche Schäferhund, der 1919, nach dem ersten Weltkrieg, aus Frankreich nach Amerika gebracht wurde, trat in fast dreissig Filmen auf.


Bild: 1944 in «Hollywood Dogs» / ACC Editions

Noch eine Spur bekannter ist wohl er hier. Bestimmt wissen Sie seinen Filmnamen. Aber wussten Sie auch, dass der Collie im wahren Leben den Namen Pal trug? Seinen ersten Kino-Auftritt hatte der Hund übrigens nicht mit der Frau im Bild, sondern mit der Dame, die weiter oben ihren Hund wäscht. Damals war sie zehn Jahre alt. Wie heisst der Hund?

Lassie

Im Buch «Hollywood Dogs» sind sie alle versammelt: Marilyn Monroe, Brigitte Bardot und Elvis Presley posieren mit «Modelhunden», gewissermassen Requisiten aus der Filmstadt, die zu Werbezwecken als passende Accessoires hervorgekramt wurden und den Stars zu einem positiven Image verholfen haben.

Andere Stars wie Audrey Hepburn, Frank Sinatra oder Humphrey Bogart besassen selber Hunde und liessen sich mit ihnen ablichten. So auch er:


Bild: Hal Roach Studios, 1928 in in «Hollywood Dogs» / ACC Editions.

Zwischen den Drehs pflegte der Stummfilm-Held mit seiner Hündin Lady eine kurze Pause einzulegen. Hier am Set von «Das unfertige Fertighaus», einem der Erfolgsfilme des tollpatschigen Komikerduos, dessen Name Sie bestimmt kennen. Wissen Sie auch den Namen des «doofen» Mannes im Bild?

Stan Laurel

Neben all diesen auch heute noch geläufigen Namen der Filmstars vergangener Zeiten finden sich in «Hollywood Dogs» viele Aufnahmen von heute nicht mehr so bekannten Schauspielern. Allesamt mit Hund. Das Buch zeigt eindrücklich auf, welche wichtige Rolle der vierbeinige Begleiter schon vor fast hundert Jahren im Leben der Stars innehatte. Er war sowohl Begleiter im Alltag als auch Imagepflege für die Reichen und Schönen. Immer jedoch verleiht ein Hund den sonst so unantastbaren Hollywood-Stars einen menschlichen Touch, etwas, womit sich jeder Hundefreund identifizieren kann.

Gareth Abbott & Catherine Britton (Hrsg.): «Hollywood Dogs», gebunden, 174 Seiten, Verlag: Kynos, ISBN: 978-3-95464-021-8, ca. Fr. 40.–

 

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