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«Paddington»

Ein junger Bär mischt London auf

Unterhaltung | Mittwoch, 3. Dezember 2014, Jonas Baud

Die Geschichten über den kleinen Bären «Paddington» erfreuen seit über 50 Jahren die Kinderherzen auf der ganzen Welt. Nun hat es das drollige Tier gar auf die Kinoleinwand geschafft und sorgt dort für gute Unterhaltung.

Trailer zu «Paddington». Video: YouTube/KinoCheck

Ein junger Bär lebt glücklich zusammen mit Onkel und Tante im Dschungel von Peru; sie sind seit dem Auftauchen eines englischen Forschers grosse Fans von London und verschlingen am liebsten riesige Mengen von Orangenmarmelade. Doch eines Abends geschieht etwas Furchtbares: Ein Erdbeben zerstört die Heimat der Bärenfamilie. Der junge Bär muss flüchten und versteckt sich als blinder Passagier auf einem Frachtschiff, das natürlich nach London unterwegs ist. 

Dort will er ein neues Zuhause finden; er «strandet» am Londoner Bahnhof Paddington, stellt aber fest, dass sich niemand für einen sprechenden Bären mit rotem Hut interessiert. Schliesslich wird eine Familie auf ihn aufmerksam und erbarmt sich seiner: die Browns. Sie nennen ihn Paddington, zu Ehren des Fundortes. Vorerst für eine Nacht wollen sie ihm Obdach gewähren. Paddington muss sich erst mit menschlichen Sitten vertraut machen – das gelingt ihm zunächst aber schlecht, er demoliert das Badezimmer und sorgt für einen Wasserschaden. Trotzdem erwärmt er die Herzen der Familienmitglieder. 


Der kleine Bär Paddington will in London ein neues Zuhause finden.  Bild: Frenetic Films

Gemeinsam machen sie sich nun auf die Suche nach dem Forscher, der Paddington damals im Urwald besuchte und ihm versprochen hatte, ihm ein «warmes Willkommen» zu bieten. Dabei erleben sie spektakuläre Abenteuer in der ganzen Stadt und müssen sich mit einer bösartigen Tierpräparatorin (gespielt von Nicole Kidman) herumschlagen, die Paddington unbedingt ausstopfen und im Naturhistorischen Museum ausstellen will. Aber das schlaue Bärchen setzt alles daran, sich nicht einfangen zu lassen.

Ein Kinospass für die ganze Familie
«Paddington» ist erstaunlicherweise der erste Kinofilm über die drollige Bärenfigur. Erstaunlich deshalb, weil sich die vom englischen Autor Michael Bond verfasste Buchreihe schon seit 1958 weltweit grosser Popularität erfreut. So gingen die zehn Paddington-Werke stolze 35 Millionen Mal über den Ladentisch. 

Auch der Film von Regisseur Paul King hat das Potenzial, das junge Kinopublikum zu begeistern – und bei Erwachsenen, die Paddington als Kind gelesen hatten, kann er nostalgische Gefühle hervorrufen. Das Werk überzeugt durch eine gross­artige Schauspielerbesetzung und schafft es, von der ersten bis zur letzten Minute für Unterhaltung und Spannung zu sorgen. 

Restlos überzeugt der Film aber nicht. Zwar werden Humorliebhaber garantiert nicht zu kurz kommen; allerdings werden einige derbe Szenen nicht jeden Geschmack treffen. Ruhige Momente sind rar gesät, das Tempo ist hoch. Manchmal auch zu hoch, denn teilweise packen die Macher etwas zu viel Action in eine Szene. Und für Kinder unter 6 Jahren ist der Film eher nicht passend, da es besonders gegen Schluss etwas gar «gfürchig» wird. Insgesamt jedoch eignet sich «Paddington» ausgezeichnet für einen Kinoausflug mit der ganzen Familie. 

«Paddington», Komödie, 95 Minuten, ab 4. Dezember im Kino, Verleih: Frenetic Films

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