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Filmkritik

Naturaufnahmen für die Ewigkeit

Unterhaltung | Donnerstag, 5. März 2015 08:00, Oliver Loga

Dokumentationen über den afrikanischen Kontinent schiessen wie Pilze aus dem Boden. Mit «Afrika – das magische Königreich» steht bereits der nächste Tierfilm in den Kinostartlöchern. Er setzt neue, bildgewaltige Massstäbe.

Der Trailer zum Film.

Junge Gorillas tollen herum und veranstalten ein wahres Affentheater. Als Zuschauer fühlt man sich nur wenige Meter davon entfernt. Als Nächstes tauchen die Kinobesucher in den Atlantischen Ozean ein und sehen angriffslustige Rotfeuerfische auf sich zuschwimmen. Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Denn es geht gleich weiter auf einem Teppich aus Wolken bis zum Gipfel des Mount Kenya. Längst wähnt man sich nicht mehr in einem Sessel, sondern auf einer spannenden Reise durch die fantastische Tierwelt Afrikas.

«Unser Ziel war es mit diesem Film, den Zuschauern das Gefühl zu geben, nicht aus der Ferne zuzusehen, sondern mit dabei zu sein», sagt Neil Nightingale, der zusammen mit Patrick Morris und Renee Godfrey bei «Afrika – das magische Königreich» Regie führte. Sie wollen mit ihrem Werk die Vielseitigkeit des afrikanischen Kontinents zeigen. Dies gelingt eindrücklich. Da wären zum Beispiel die geheimnisvollen Wälder in Gabun und Ruanda, in denen riesige Kolonien von Wanderameisen nicht einmal vor Tieren haltmachen, die tausendmal so gross sind wie sie selbst. Als Nächstes geht es in die vulkanisch glühende Unterwelt des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Die geologische Aktivität lässt Seen entstehen, die Jahr für Jahr Millionen Flamingos zum Tanzen bringen. Genauso filigran wirkt es bei den Dünenechsen der Namibwüste. Sie heben wie Ballerinas ihre Füsse, weil der Sand durch die Mittagssonne extrem aufgeheizt ist.

Dscheladas
Wüstenchamäleon
Die Dscheladas und das Wüstenchamäleon sind Teil der
beeindruckenden Dokumentation über Afrika.
Bilder: Pathé Films AG

Extreme Bedingungen
In den Bergen Kenias und Äthiopiens wechseln sich dagegen Sommer und Winter täglich ab. Eine Horde Dscheladas lässt sich davon aber nicht beirren. Die Primaten trotzen gleichermassen der Hitze am Tag und der eisigen Kälte in der Nacht. Eine Achterbahnfahrt durch quecksilberne Flüsse wie den Nil und den Zambesi bringt das Publikum schliesslich zu den grössten Wasserfällen der Erde, den Viktoria-Fällen, und zu den letzten lebenden «Dinosauriern» – den furchteinflössenden Nilkrokodilen.

Die heute in den Kinos anlaufende Naturdokumentation wartet nicht mit detaillierten und lehrreichen Informationen über die afrikanische Fauna auf. Sie lässt dafür beeindruckende Bilder sprechen. Hierfür zeichnet vor allem die moderne 3-D-Technik verantwortlich. «Das Potenzial von 3-D ist besonders bei Naturfilmen enorm gross. Wir wollten es unbedingt ausschöpfen und alles möglichst real zeigen – von den tierischen Hauptdarstellern bis hin zu den Landschaften», erklärt Renee Godfrey. Das Resultat kann sich sehen lassen. Immer wieder gerät der Betrachter angesichts des servierten Augenschmauses ins Staunen.

Nicht weniger beeindruckend sind die zahlreichen Superzeitlupen und Zeitraffer, dank denen man zum Beispiel Eiszapfen wachsen sieht oder erlebt, wie sich ein Gewitter zusammenbraut. Hinter all diesen faszinierenden Szenen stecken ein gewaltiger Aufwand und Strapazen: 573 Drehtage; 2,4 Tonnen Kameraausrüstung, rund 17 Millionen Franken Budget und Temperaturschwankungen zwischen minus 10 Grad auf dem Mount Kenya und 50 Grad im Hwange National Park. «Es war ganz schön hart und brutal. Nicht nur die Ausrüstung, sondern die gesamte Filmcrew litt unter den extremen Bedingungen», gesteht Godfrey. Aber die Arbeit war ihre Mühe wert. Es sind Aufnahmen für die Ewigkeit entstanden. 

«Afrika – das magische Königreich», Naturdokumentation, 87 Minuten, Verleih: Pathé Films AG, ab sofort im Kino.

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