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Filmkritik

Ostwind galoppiert wieder

Unterhaltung | Freitag, 15. Mai 2015 08:00, Jonas Baud

Zwei Jahre mussten sich junge Pferdefans auf die Fortsetzung des Erfolgs­streifens «Ostwind» gedulden. Nun ist es endlich so weit. Und auch die Fortsetzung überzeugt.

Der Trailer zum Film.

Wer den Namen «Ostwind» hört, denkt als Erstes an eine Wettererscheinung. Doch weit gefehlt. Denn so heisst ein wunderschöner schwarzer Hengst, um den es auch im neuen Film der deutschen Regisseurin Katja von Garnier geht: «Ostwind 2». Wie die Zahl verrät, handelt es sich dabei um die Fortsetzung des gleichnamigen Kinohits von 2013, der allein in Deutschland rund 850 000 Zuschauer anlockte.

Nach wie vor ist der Hengst Ostwind die grösste Freude im Leben der Teenagerin Mika (gespielt von Hanna Binke). Die 15-jährige Schülerin hat Sommerferien, doch anstatt mit der Familie nach Paris zu fahren, reist sie lieber zum Reiterhof ihrer Grossmutter Maria Kaltenbach (gespielt von Cornelia Froboess), um mit Ostwind Zeit zu verbringen. Dort merkt sie aber, dass nicht alles zum Besten steht – der Reiterhof hat grosse finanzielle Schwierigkeiten, und Ostwind verschwindet heimlich.

Mika geht der Sache auf den Grund und verfolgt das Pferd. Dabei beobachtet sie, dass der Hengst tief im Wald eine weisse Stute trifft und sich offensichtlich in sie verliebt hat. Doch das ist nicht die einzige Entdeckung: Da ist auch ein geheimnisvoller Junge namens Milan, der die Stute einfangen will. Mika ist fasziniert von ihm, und sie beginnen sich heimlich zu treffen. Doch muss sie gleichzeitig hart mit Ostwind trainieren, denn sie will mit ihm an einem lukrativen Reitturnier teilnehmen, um mit dem Preisgeld den grossmütterlichen Reiterhof vor dem Untergang zu bewahren.

Zeug zum Zuschauermagneten
«Ostwind 2» gefällt durch eine spannende Geschichte und packende Naturaufnahmen. Der Umgang zwischen Mensch und Pferd spielt eine zentrale Rolle im Film: Es wird gezeigt, dass es viel Respekt braucht, um die Zuneigung der stolzen Tiere zu erwerben, und welche tiefe Bindung man dann entwickeln kann – Mika und Ostwind haben ein grosses Vertrauen zueinander, nur als eingespieltes Team können sie zusammen Erfolge feiern.

Aber auch die Romanze zwischen Mika und Milan wird sehr liebevoll herausgearbeitet, der knospenden Liebe können auch grosse Widerstände nichts anhaben. Der durch die Filme «Abgeschminkt» und «Bandits» bekannt gewordenen Regisseurin Katja von Garnier ist mit dem Werk eine überzeugende Fortsetzung gelungen. Ein Film, den Pferdefans lieben werden – doch da auch universelle Themen wie Liebe und Existenzängste angesprochen werden, dürfte ein breiteres, aber eher jüngeres Publikum Freude daran finden. Es würde daher nicht überraschen, wenn «Ostwind 2» ein ähnlicher Zuschauermagnet werden würde wie sein Vorgänger.

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