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Traumjob?

Bahamas-Luxushotel sucht «Chief Flamingo Officer»

Unterhaltung | Mittwoch, 21. Februar 2018, Meret Signer

Suchen Sie gerade einen neuen Job? Haben Sie einen Universitätsabschluss in Zoologie oder einer ähnlichen Fachrichtung? Dann werden Sie doch CFO auf den Bahamas.

Das Luxusresort Baha Mar in der Bahamas-Hauptstadt Nassau auf der Insel New Providence sucht einen CFO – aber mit Finanzen müssen sich Bewerber nicht auskennen. Denn CFO steht in diesem Fall für «Chief Flamingo Officer». Das Mega-Hotel, das im April 2017 öffnete und unglaubliche vier Milliarden Franken an Baukosten verschlang, möchte seinen Gästen natürlich alles nur erdenklich Mögliche bieten und betreibt bereits ein «Sanctuary», eine «Zufluchtsstätte». Mit dieser will es nach eigenen Angaben zum Schutz und Erhalt von Tieren auf den Bahamas beitragen. Im Sanctuary leben bereits Amerikanische Ammenhaie, Amerikanische Stachelrochen und zwei Arten von Meeresschildkröten, betreut von einer Wissenschaftlerin.      

Im Frühling sollen Flamingos dazu kommen. Für sie wurde eine Anlage mit Pool geschaffen. Wie der Stellenausschreibung zu entnehmen ist, wird der Chief Flamingo Officer für ihre Betreuung hauptverantwortlich sein. Er übernimmt nicht nur die Hege und Pflege der Tiere, sondern koordiniert auch das Zuchtprogramm, plant die Gestaltung der Anlage und interagiert mit Gästen und Medien. Die Anforderungen an die Kandidaten sind hoch: Neben einem Zoologie-Studium werden mindestens fünf Jahre Erfahrung in der Haltung von exotischen Vögeln, bevorzugterweise Flamingos und ein Jahr Führungserfahrung verlangt. Dafür lockt ein Arbeitsplatz an einem Traumstrand unter der karibischen Sonne.      

Zweifelhafter Naturschutz
Ob das Sanctuary des Hotels wirklich viel zum Naturschutz beiträgt, darf bezweifelt werden. Schaut man sich die Bilder auf der Website von Baha Mar an, gleicht das Ganze eher einem Streichelzoo als einem Schutzprogramm. In Becken dürfen Gäste Haie und Schildkröten streicheln. Damit wolle das Hotel seine Gäste für den Schutz der Umwelt sensibilisieren, heisst es beim bahamaischen Toursimus-Ministerium. Naturschutzorganisationen warnen allerdings seit Langem von der gegenteiligen Wirkung solcher Interaktionen, denn es stresse die Tiere oft mehr, als man erkennen könne. Auch von Selfies mit Wildtieren als tolle Ferienerinnerungen wird abgeraten (lesen Sie hier mehr dazu). Ob und wie die Gäste auf den Bahamas mit den Flamingos in Berührung kommen werden, ist noch nicht bekannt.      

Wer sich nun von alldem nicht abschrecken lassen hat und in die Karibik übersiedeln möchte, kann sich hier bewerben. Interessierte müssen sich aber sputen – Bewerbungen werden nur noch bis zum 28. Februar entgegengenommen.   

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