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Dokumentarfilm «Tierische Rebellen»

Mit allen Wassern gewaschen

Unterhaltung | Donnerstag, 20. Dezember 2018, Oliver Loga

Manche Tiere sind besonders einfallsreich und nicht immer fair, wenn es darum geht, ihr Ziel zu erreichen. Die Dokumentation «Tierische Rebellen» stellt die grössten Trickser vor.

Amerikanische Pfeifhasen sind possierliche Tierchen. Die nur 20 Zentimeter kleinen Nager leben vornehmlich in den Gebirgsregionen der Vereinigten Staaten und Kanadas. Dort müssen sie Schwerstarbeit leisten, indem sie bis zu 28 Kilo Pflanzenvorräte für den Winter sammeln. Doch nicht alle mühen sich derart ab. Manche der als Pikas (Ochotona princeps) bekannten Säugetiere plündern einfach die Nahrung von anderen Pfeifhasen. So sparen sie wertvolle Energie für die kalte Jahreszeit, riskieren aber auch kämpferische Auseinandersetzungen, wenn sie bei ihrem dreisten Diebstahl erwischt werden.

Konfliktpotenzial bergen auch Gelbhaubenkakadus (Cacatua galerita). Sie verärgern allerdings nicht ihre Artgenossen, sondern Menschen. Sie sorgen nämlich regelmässig für Chaos, wenn sie in ihrer australischen Heimat Mülltonnen auf der Suche nach Nahrung durchwühlen und den Unrat auf der Strasse verteilen. Die vermeintlichen Rabauken stellen sich dabei höchst intelligent an. Sie kennen den Inhalt der unterschiedlich farbigen Behälter und öffnen mit ihren Schnäbeln nur Tonnen, die Essensreste enthalten.

Der Trailer zu «Tiereische Rebellen» (Video: Polyband):

Dreifinger-Faultiere (Bradypus) gehen Konfrontationen lieber aus dem Weg. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, setzen sie auf Algen im Fell. Damit passen sie sich der grünen Umgebung des Regenwaldes an. Ein so praktischer Tarnmantel benötigt aber Hege und Pflege. Auch das überlassen Faultiere anderen. Tausende von Motten machen es sich im streng riechenden Pelz gemütlich und versorgen die Algen mit Nährstoffen. 

Eine Dokumentation für Kinder  
Die in drei Kapiteln unterteilte BBC-Dokumentation «Tierische Rebellen» weicht von anderen Produktionen der britischen Rundfunkanstalt ab. Zwar kommen die Bilder gewohnt spektakulär daher, aber wie der Titel bereits andeutet, sind die Kommentare dieses Mal boulevardesk angehaucht. Sie bedienen sich nicht nur einer sehr einfachen Sprache, sondern kratzen auch an der Oberfläche, obwohl immer wieder Stimmen von Wissenschaftlern eingestreut werden. 

Störend ist zudem, dass die reisserische Hintergrund-Musik zu oft in den Vordergrund rückt. Bei Kindern dürfte diese leichte Dokumentationskost jedoch bestens ankommen. Zumal sie ein sympathisches Bild von den tierischen Rebellen zeichnet. Schliesslich haben sie für ihr Verhalten einen guten Grund: das Überleben.

«Tierische Rebellen», Dokumentation, 150 Minuten, Studio: Polyband, EAN: 4006448768768, ab sofort auf DVD, ca. Fr. 20.–

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