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Hundekunst in New York

Weimaraner säumen den Untergrund

Unterhaltung | Samstag, 12. Januar 2019 16:00, Leo Niessner

Zu den unzähligen Hunden, die in Handtaschen oder an der Leine New Yorks Subway queren, gesellen sich weitere: in Form von Fotografien des renommierten Künstlers William Wegman.   

Ein Leben ohne Hunde – für William Wegman ist das unvorstellbar. Sein internationales Ansehen verdankt der 76-jährige Fotograf aus Massachusetts den Weimaranern. Seit mehr als vier Jahrzehnten inszeniert er diese Rasse, indem er die Tiere ablichtet oder mitunter surrealistisch darstellt. So geschehen mit den beiden Weimaranern, deren Konterfei seit 2005 die Ausgänge der U-Bahnstation L'Enfant Plaza Metro in Washington, D.C., schmücken.

Nun erfreuen Wegmans Hundebilder mit ihrem subtilen, oft trockenen Humor auch in New York die Pendler. Je mehr Kunst in den U-Bahnstationen hängt, umso besser, stellt das Online-Portal «Mother Nature Network» («mnn.com») fest. Erst recht hat, wenn es sich um die Werke eines lokalen Künstlers von internationalem Rang und Namen handle, wie im Fall Wegmans.

Hunde in Glasmosaiken
Enthüllt wurden die insgesamt elf Werke, die in Form von Glasmosaiken an den Wänden prangen, kurz vor Weihnachten. «Stationary Figures» nennen sich die Kunstinstallationen, die rund um die «23rd Street Station» der IND Sixth Avenue Line in Manhattans Chelsea zu finden sind.

Mit der prominenten Platzierung in der Subway wird den Weimaranern zusätzliche Aufmerksamkeit zuteil. Bereits haben sie in Werken diverser Kunstschaffender Einzug in die renommierten Museen der Welt geschafft und sind auch aus Kult-Fernsehserien wie der Sesamstrasse nicht wegzudenken.

Hunde sollen Pendler ablenken
Die Hunde, ja die Kunstwerke im Allgemeinen, sollen die Pendler erfreuen, vom Gedränge der Stosszeiten ablenken und dazu animieren, auch in der grössten Hektik Ruhe zu bewahren, so die Idee der Ausstellung. Dieses Signal jedenfalls senden Flo und ihr Bruder Topper aus. Artig haben sich die beiden Hunde nebeneinander am Bahnsteig gruppiert, um geduldig auf die nächste U-Bahn zu warten.

Ob sich die Reisenden durch das Werk tatsächlich dazu bewegen lassen, es ihnen gleich zu tun, ist ungewiss. Sicher ist indes, dass sich U-Bahn-Kritiker nicht von Fotos milde stimmen lassen. Einfach nur Hundebilder aufzuhängen, löse die Probleme der Subway nicht, schreibt «mnn.com»: Überfüllte oder massiv verspätete Züge – der von der «New York Post» als «Vielfahrer» beschriebene Wegman gebe keine konkreten Tipps, wie die Subway-Betreiberin MTA ihren Service verbessern kann.

Der Fotograf indes lässt sich mit den Worten zitieren, er begrüsse das Bestreben, die U-Bahn-Stationen mit Kunstwerken besser aussehen zu lassen. Dafür zu sorgen, dass der Personentransport reibungsloser läuft, liege aber ausserhalb seines Einflussbereichs.   

 

«Stationary Figures»: Weimaraner-Foto in einer New Yorker U-Bahn-Station (Foto: Photo: Patrick J. Cashin / Metropolitan Transportation Authority/Flickr).

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