Rekorde aus der Tierwelt

Die Springwunder im Tierreich

Rekorde aus der Tierwelt | Donnerstag, 28. Februar 2013 08:00, Matthias Gräub

Manchmal reicht es nicht, gross, stark und schnell zu sein, wenn man im Tierreich überleben oder sich ernähren will. Manchmal muss man springen. Weit und hoch, wie diese Rekord-Tiere.

Rückwärts gehen kann es nicht, mal langsam und gemütlich vorwärtsschlendern sieht bei ihm auch nicht wirklich behände aus, aber wenn es einmal abhebt, ist das Känguru kaum zu stoppen. Mit mehr als 50 Stundenkilometern können die australischen Aushängeschilder durch das Outback hüpfen. Das müssen sie auch, denn in einem so grossen und (zumindest in seinem Inneren) kargen Land wollen grosse Distanzen möglichst schnell überbrückt werden.  

Das Känguru hat sich in der australischen Abgeschiedenheit anders entwickelt als Tiere anderswo, etwa in Afrika. Im Laufe der Evolution hat sich bei ihm ein ganz besonderer Körperbau durchgesetzt: hoch elastische Muskelbänder sorgen dafür, dass sich das Känguru ohne grossen Energieaufwand, einer Sprungfeder ähnlich, schnell fortbewegen kann. Der «Springerkönig» unter ihnen ist das Graue Riesenkänguru, das Sprünge von bis zu 13,5 Metern hinlegen kann. Zum Vergleich: Der aktuelle Weltrekord der Menschen im Weitsprung liegt bei 8,95 Metern.  

Der Schneeleopard, ein vom Aussterben bedrohter Jäger im zentralasiatischen Hochgebirge, macht dem Känguru den Weitsprung-Rekord streitig. Augenzeugen berichteten, ihn über einen 15 Meter breiten Graben springen gesehen zu haben. An der Glaubwürdigkeit dieser Quellen ist zwar zu zweifeln. Fakt ist aber: Der Schneeleopard, der seinen langen Schwanz im Sprung als eine Art Steuerruder benutzt, muss auf seiner Jagd auf wendige Steinböcke, Blauschafe und andere Beutetiere grosse Sätze machen.

 


Duell zwischen einem Schneeleoparden und einer Bergziege. Quelle: YouTube/methylene5

Eine Ballerina und ein Spitzensportler
Der wohl eleganteste Hochspringer im Tierreich ist eine Antilope, die im Süden Afrikas beheimatet ist: der Klippspringer. Grazil wie ein Balletttänzer bewegt er sich auf den Felsen – und das auf den Zehenspitzen. Genauer gesagt: auf den Hufspitzen. Dadurch wird die Auflagefläche seiner Füsse auf ein Minimum verringert, der Klippspringer benötigt nur eine ganz schmale Plattform, um darauf zu balancieren. Und bis zu acht Meter hoch in die Luft zu springen. Ebenfalls einzigartig: Durch seinen Zehenspitzentanz nutzen sich seine Hufe so ab, dass seine Fussspur aus Kreisen gebildet wird.  

Wenn sich der Puma an seine Beute anschleicht und ihr mit einem einzigen Satz auf die Pelle rückt, wird er seiner Rolle als Namensgeber für Turnschuhe  – und das soll keine Schleichwerbung sein – absolut gerecht. Immerhin bis zu sechs Meter hoch soll die amerikanische Raubkatze springen können. Ein Beweis für die Sprungkraft des Puma ist im Video unten zu sehen.


Der Puma übt sich im Hochsprung. Quelle: YouTube/ForestGxp

Der Liebling und die Hassfigur
Jeder hat schon Videos und Bilder von Delfinen gesehen, die akrobatisch aus dem Wasser springen und dabei lustige Kapriolen schlagen. Tatsächlich springen Delfine zu ihrem Vergnügen bis zu sieben Meter hoch, aber auch, um sich schneller fortzubewegen. Klar, denn auch wenn die Meeressäuger eine fast perfekte Stromlinienform aufweisen, ist der Widerstand im Wasser immer noch höher als in der Luft. Mit seinen Sprüngen ist der Publikumsliebling Delfin jedenfalls der Rekordhalter unter den Wassertieren.  

Kaum jemand hat allerdings bis vor kurzem gesehen, wie ein anderes Sprungtalent bis zu 60 Zentimeter hoch hüpft – und das bei einer Körpergrösse von gerade einmal ein paar Millimetern. Der Floh, Urheber von kratzenden Katzen und Schulklassen, mag nicht das beliebteste Tier auf Erden sein. Seine Sprungleistung beeindruckt aber allemal. Wie ein Bogen spannt er seine Beine, die mit Resilin bepolstert sind, einem Protein, das als eine Art «Supergummi» wirkt. Lässt er sie schnellen, wird er in die zweihundertfache Höhe seines Körpers geschleudert, eine der schnellsten Bewegungen im ganzen Tierreich.  

Der Flohsprung konnte erst vor kurzem mit einer Hochgeschwindigkeitskamera festgehalten werden, so, dass daraus beim Abspielen in Zeitlupe seine Bewegungsabläufe ersichtlich wurden. Das Video unten zeigt den unangenehmen kleinen Hüpfer.


Ein Flohsprung, mit einer Hochgeschwindigkeits-Kamera aufgenommen. Quelle: YouTube/DiscoveryNetworks

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