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Rekorde aus der Tierwelt

Die Gehörnten im Tierreich

Rekorde aus der Tierwelt | Mittwoch, 10. Juli 2013, Matthias Gräub

Ziegen, Schafe, Kühe – Hornträger sind sie alle. Doch es gibt sogar Tiere mit eineinhalb Meter langen Hörnern. Und auch Insekten und Vögel haben Zutritt in den Club der Gehörnten. 

Ein brandaktuelles Thema ist der Kampf gegen Wilderer, die in Afrika auf der Jagd nach Nashörnern sind. Oder besser gesagt: Nach Nashorn-Hörnern, denn diese Auswüchse aus verklebten Borsten und Haaren sind der einzige Grund, weshalb die Tiere gejagt werden. Tierschützer in Südafrika wenden deshalb kreative Methoden an, um die Tiere vor Wilderern zu schützen («Tierwelt Online» berichtete).

Hörner – auch jene der Nashörner – wachsen ein Leben lang. Deshalb hat tendenziell auch ein altes Nashorn die längsten Hörner. Ja, richtig: Hörner. Mehrzahl. Denn anders als etwa das Panzernashorn haben Tiere wie das Breitmaul-, das Spitzmaul- und das Sumatra-Nashorn zwei Hörner. 

Und das längste jemals gemessene Horn gehörte einem Breitmaulnashorn und hatte eine Länge von 158 Zentimetern.


Das einhörnige Panzernashorn (links) im Vergleich mit dem zweihörnigen Spitzmaulnashorn (rechts). Bilder: Inf-Lite Teacher/Flickr/CC-BY; Roberto Verzo/Flickr/CC-BY

Es geht allerdings noch deutlich grösser. Der Wasserbüffel ist in Asien ein sehr beliebtes Nutztier und mittlerweile auch in Europa sehr gefragt. Doch in freier Wildbahn ist er stark gefährdet. Weniger als 4000 Exemplare der wilden Büffel soll es noch geben.  

Ein Rekord für die Ewigkeit?
Die Hörner der Wasserbüffel sind diejenigen mit der grössten Spannweite aller Paarhufer. Teils sind sie stark nach innen gekrümmt. Teils aber weisen sie gerade zur Seite, und dann ist der Abstand zwischen den einzelnen Hörnern beeindruckend. Der Rekord, gemessen bei einem 1955 geschossenen Bullen, beträgt 4.24 Meter – von Hornspitze zu Hornspitze.


Der Wasserbüffel hält sich, wie sein Name verrät, gerne im Wasser auf. Bild: Steve Garvie/wikimedia.org/CC-BY-SA

Auch das Watussirind hat beeindruckende Hörner. Deshalb gilt es zum Teil bis heute noch als Zahlungsmittel beim Stamm der Tutsi in Ruanda und Burundi. Je grösser die Hörner, desto wertvoller das Rind.

Ein Stier namens Lurch
Pech für die Tutsi, dass gerade das Watussirind mit den dicksten Hörnern in Amerika lebte. Genauer gesagt: In Mountain Home im US-Bundesstaat Arkansas. Dort wurde Lurch, wie der Watussi-Stier heisst, vom Komitee der Guinness-Rekorde vermessen. Der Umfang seiner Hörner betrug 95.25 Zentimeter.

Janice Wolf, die Besitzerin von Lurch, stellte nach dessen Tod im Jahr 2010 ein rührseliges Tribut-Video aufs Internet, das die beeindruckenden Hörnern von Lurch zeigt. 


Quelle: YouTube/Janice Wolf

Vielleicht werden Sie in dieser Rekordsammlung das stolze Geweih des Elchs oder den Zwölfender des Hirsches vermissen. Das liegt daran, dass ein Geweih kein Horn ist. Im Unterschied zu Hörnern wird ein Geweih nämlich von seinem Träger jedes Jahr abgeworfen und wächst von neuem nach. 

Darüber hinaus tragen nur Männchen Geweihe, während auch weibliche Tiere Hörner haben. Hörner können übrigens oftmals prima zur Altersbestimmung eines Tieres verwendet werden. Ähnlich wie bei Bäumen bilden sich nämlich bei Hornträgern «Jahresringe», da das Horn im Winter jeweils eine Wachstumspause einlegt.

Käferhorn als Duell-Waffe
Ebenfalls kein Horn im eigentlichen Sinn trägt der Herkuleskäfer. Dennoch sollte der grösste Käfer der Welt (bis zu 17 cm, gemeinsam mit dem Riesenbockkäfer an der Spitze) nicht ausser Acht gelassen werden. 

Der in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas beheimatete Käfer gebraucht sein Horn vor allem zum Paarungskampf mit anderen Käfermännchen. Der Sieger bekommt die Braut. Ein Stierkampf im Kleinformat.


Bild: Didier Descouens/wikimedia.org/CC-BY-SA

Und sogar in der Vogelwelt gibt es Gehörnte. Neben den eher bekannten Nashornvögeln und Kasuaren, die bunte Hornkämme und Helme tragen, sticht besonders der Hornwehrvogel heraus. 

Das Einhorn unter den Vögeln
Dieser Verwandte der Entenvögel wird fast einen Meter gross und trägt tatsächlich ein Horn. Aus diesem Grund wird der im tropischen Südamerika beheimatete Vogel auch «Einhornvogel» genannt. Sein bis zu 15 Zentimeter langes Horn ist in der Vogelwelt einmalig, da es nicht aus verhornten Federn besteht, sondern direkt aus dem Schädel des Hornwehrvogels wächst.


Diego Miguel Garcés/wikimedia.org/CC-BY-SA

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