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Yakari

Kleiner Donner – der Schweizer Mustang

Tiere im Comic | Donnerstag, 6. November 2014 06:00, Niklaus Salzmann

«Yakari» zählt zu den bekanntesten Schweizer Comics – und zu den wenigen, bei denen wirklich Tiere im Mittelpunkt stehen. Der Zeichner ist ein grosser Pferdefan und hat für 2015 ein spannendes Projekt angekündigt.

Bevor er Zeichner wurde, hat der Waadtländer Derib – damals noch unter dem Namen Claude de Ribaupierre – unter anderem als Reitlehrer gearbeitet. Kein Wunder, entwickelte er später gemeinsam mit André Jobin alias Job eine Comicfigur, die ein Pferd als besten Freund hat. Es ist der kleine Siouxjunge Yakari, der gemeinsam mit seinem Mustang Kleiner Donner schon seit mehr als vierzig Jahren Abenteuer über Abenteuer besteht. Immer geht es dabei um Begegnungen mit Tieren, bei denen Yakari seine grosse Gabe verwendet: Als einziger seines Stamms kann er mit Tieren sprechen.

Auf diese Weise lernen die Leserinnen und Leser (und auch das Publikum der Trickfilme) die Nordamerikanische Tierwelt kennen. Die Tiere sind für einen Comic erstaunlich realistisch gezeichnet, und auch wenn sie sprechen, sind sie im Gegensatz zu Donald Duck und Kohorten nicht einfach Menschen in Tiergestalt, sondern vielmehr erfährt Yakari in den Gesprächen viel über das natürliche Verhalten der Tiere.

Jagdtrieb vs. Happy-End
Da sind einmal seine Freunde, die Biber, und weitere friedliche Tierarten wie Wapiti, Bison, Schneeziege. Spannung kommt auf, wenn deren Gegenspieler auftauchen: Raubtiere wie Wolf, Koyote, Vielfrass oder im 38. und damit neusten Band ein Orka. Mit diesen Figuren könnten die Geschichten nun dem üblichen Schema von Gut und Böse folgen. Doch die Autoren lassen Yakari nicht gegen die gefährlichen Tiere kämpfen. Vielmehr gelingt es dem Jungen entweder durch List oder im Gespräch, sich und seine Freunde vor dem gefressen werden zu schützen. Da Derib und Job den natürlichen Jagdtrieb nicht als schlecht darstellen wollen, müssen sie sich einiges einfallen lassen, um die Geschichten zu einem guten Ende zu führen. Oft ergibt es sich etwa, dass die Raubtiere am Ende der Geschichte oft einfach mehr oder weniger freiwillig ihr Revier verschieben.

Die Originalsprache der Yakari-Comics ist französisch. Dass der Zeichner Schweizer ist und der Texter schweizerisch-französischer Doppelbürger, merkt man den Comics nicht an. Das Hintergrundwissen über die Sioux stamme zu einem grossen Teil aus dem Internet, erklärte Derib vor einigen Jahren in einem Interview. 2015 soll von ihm allerdings ein neues Werk erscheinen, das in der Schweiz spielt: In «Le galop du silence» wird es um Freiberger Pferde gehen.

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