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Forschung

Mysterium um wandernde Steine geklärt

Natur & Umwelt, Wunder der Natur | Sonntag, 31. August 2014 18:00, Niklaus Salzmann

Indem sie den Steinen GPS-Sender implantierten, gelang es Forschern, die mysteriösen Bewegungen von Gesteinsbrocken im Death Valley zu erklären. Verwantwortlich ist eine spezielle Kombination von meteorologischen Bedingungen.

Die wandernden Steine im amerikanischen Death-Valley-Nationalpark haben der Wissenschaft grosse Rätsel aufgegeben. Gesteinsbrocken, die zum Teil über hundert Kilo wiegen, hinterlassen dort Bewegungsspuren im trockenen Boden. Die Erklärungen ziehen Regen, Wind, Eis und glitschige Bakterienschichten heran. Um Klarheit zu schaffen hat nun ein Team von amerikanischen Forschern 15 Steine mit GPS-Sendern versehen und parallel zu den Senderdaten die Wetterbedingungen erfasst.

Der Motor sind Eisschollen
Sie stellten fest, dass die Bewegungen im Winter passieren. Ein Stein rollte zwischen Dezember 2013 und Januar 2014 224 Meter weit. Damals hatte der Regen das Tal in eine grosse, seichte Lache verwandelt, die in der Nacht gefror. Entgegen anderer Theorien kamen die Wissenschaftler aber zum Schluss, dass die Steine nicht auf dem Eis rutschen. Vielmehr zerbrach das Eis tagsüber unter den Sonnenstrahlen zu Eisschollen. Und diese Eisschollen, die zwar dünn sind, aber gross und damit schwer, schieben die Steine durch den Talgrund.

Das passierte, sobald ein leichter Wind von 4 bis 5 Kilometern pro Stunde herrschte. Die Richtung der Gesteinswanderung konnte sowohl vom Wind als auch vom unter dem Eis fliessenden Wasser bestimmt werden. Die Bewegungen sind mit höchstens fünf Metern pro Minute aber so langsam, dass sie von Auge kaum wahrgenommen werden können.

Originalpublikation:
Norris RD, Norris JM, Lorenz RD, Ray J, Jackson B (2014) Sliding Rocks on Racetrack Playa, Death Valley National Park: First Observation of Rocks in Motion. PLoS ONE 9(8): e105948.
doi:10.1371/journal.pone.0105948

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