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Astronomie

Astronomen entdecken kosmische Geburtshelfer

Heidelberg (sda/dpa) Astronomen haben einen kosmischen Geburtshelfer für junge Sterne aufgespürt: Ausgedehnte Magnetfelder tragen laut einer im Fachmagazin "Nature" publizierten Studie dazu bei, dass sich das Gas in einer Galaxie zu neuen Sonnen zusammenballen kann.

Forscher des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg haben in einer Nachbargalaxie der Milchstrasse die grossräumigen Magnetfelder vermessen. Es zeigte sich, dass in den mächtigsten Molekülwolken der drei Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie geordnete Magnetfelder verlaufen, die direkt den Spiralarmen folgen.

Die Astronomen vergleichen das mit der Ordnung, die ein Magnet in einen Haufen Eisenspäne auf einer Tischplatte bringt. Was die gasförmige Materie in Galaxien dazu bewegt, sich zu Wolken zusammenzuballen, aus denen schliesslich Sterne entstehen, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Lichtschwingung gemessen

Magnetfelder galten dabei schon länger als Kandidaten für stellare Geburtshelfer. Bislang sei jedoch nicht klar gewesen, ob die galaktischen Magnetfelder überhaupt stark genug sind, um der interstellaren Materie eine Ordnung aufzuprägen, oder ob Schwerkraft und turbulente Gasbewegungen die Dynamik der Gaswolken dominieren.

Dies lasse sich in unserer eigenen Galaxie, der Milchstrasse, aber nur schwer überprüfen, weil man dafür möglichst von oben auf die Galaxienscheibe schauen müsse, heisst es in einer Mitteilung des Heidelberger Instituts. Die Nachbargalaxie Dreiecksnebel (Katalognummer M33) ist jedoch fast genau von oben zu sehen.

Die Forscher massen die Schwingungsebene (Polarisation) des Lichts von Kohlenmonoxid-Molekülen aus M33, woraus sich die Magnetfeldrichtung ablesen lässt. Es zeigte sich, dass die Magnetfelder der sechs massereichsten Molekülwolken nicht chaotisch-turbulent sind, sondern dem Verlauf der Spiralarme von M33 entsprechen.

Notiz an die Redaktion: SPERRFRIST 1900

(SDA/ATS - sk/bsd124/SCT/4/111116 1431)

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