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Tierwelt: Nr. 35, vom 03. September 2010
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Erfolgreiche Walliser Egli-Zucht im Lötschberg-Wasser

Von Véronique Salamin, SDA Hintergrund Raron VS (sda) Als die Geologen ankündigten, dass aus dem Lötschberg- Basistunnel warmes Wasser fliessen werde, zögerten die Initianten der Valperca AG nicht lange. 2004 legten sie ein Projekt für eine Fischzucht vor, heute verkaufen sie schon 7 Tonnen Egli pro Monat - sehr zur Freude der Gemeinde Raron.

Dort, unweit des südlichen Tunnelportals, haben sie ihre Anlage vor einem Jahr in Betrieb genommen. Auf dem ein Hektar grossen Gelände auf dem ehemaligen Militärflugplatz steht heute die riesige Produktionshalle, welche die 34 runden Aufzuchtbecken unterschiedlicher Grösse beherbergt.

Die Jungfische werden auf die kleineren Becken verteilt und im Lauf ihres Wachstums umquartiert. "Damit verhindern wir, dass die grossen Fische die kleinen auffressen, so wie sie das in der freien Wildbahn tun würden", erklärt Valperca-Geschäftsführer Rudolf Moser.

Rasches Wachstum im warmen Wasser

Im Alter von 5 Monaten kommen die Fische von einer Aufzucht in Chavronay in der Waadt nach Raron. Im Wasser aus dem Tunnel, das auf knapp 18 Grad temperiert wird, wachsen die Tiere innerhalb von sieben Monaten von 5 auf 150 Gramm Lebendgewicht an. In ihrer natürlichen Umgebung benötigten sie dafür rund drei Jahre. Dort fressen sie laut Moser während des Winters nichts.

Derzeit arbeiten fünf Personen in der Produktionshalle, zehn weitere in der Filetieranlage, in der die Fische mit Elektroschock getötet und zu Filets à 20 bis 30 Gramm verarbeitet werden. Bei voller Produktion sollen dereinst insgesamt 25 Personen für die Valperca in Raron arbeiten.

Fast alle der Angestellten stammen aus dem Wallis. Eine Ausnahme ist Anlage- Chef Markus Vainer, der aus dem deutschen Rostock stammt. Er ist Biologe mit Fachgebiet Zoologie, Fischzuchtexperte und Umweltwissenschaftler in einem - "ein Profil, das in der Schweiz nicht zu finden war", wie Moser sagt.

Die Aufzucht wird so nachhaltig und tierfreundlich wie möglich gestaltet. Verfüttert werde nur gesundes Futter aus nachhaltiger Produktion, sagt der Geschäftsführer. Medikamente würden den Fischen nicht verabreicht. Heinzpeter Studer von der Organisation "Fair-Fish" bestätigt zumindest die guten Absichten der Valperca-Verantwortlichen und zeigt sich offen für Gespräche.

Uneingeschränkt zufrieden ist Daniel Troger, Gemeindepräsident von Raron. Gegen das Projekt habe es keinerlei Widerstand gegeben. Die Gemeinde als Eigentümerin des Tunnel-Wassers hatte sich mit einer halben Million Franken am Bau einer Zuleitung beteiligt. Valperca investierte insgesamt 15 Millionen Franken.

Grosser Schweizer Markt

Das Risiko scheint belohnt zu werden: Sechs Monate, nachdem die ersten Filets auf den Markt kamen, sind die Auftragsbücher voll. Sieben Tonnen Fisch werden derzeit pro Monat produziert, bis 2012 sollen es 300 Tonnen im Jahr sein.

Das ist nur ein Bruchteil des Schweizer Marktes: 6000 Tonnen Egli werden hierzulande pro Jahr verspeist. Heute stammen nur 10 Prozent davon aus der Schweiz, der Rest kommt aus Osteuropa und Russland. Valperca zielt in der Schweiz auf das Spitzensegment.

Im Wallis weiss man die Qualität aus Raron bereits zu schätzen. Hans-Jörg Dütsch, Ehemann und kulinarischer Berater der Spitzenköchin Irma Dütsch, ist des Lobes voll: Die Fische seien von schöner Qualität und Grösse und das ganze Jahr über erhältlich, sagt er. "Und anders als die importierten Filets sind sie frisch und saftig!"

Die Valperca-Anlage in Raron ist nicht die einzige Fischzucht, die mit dem Lötschberg-Wasser gespiesen wird. Im Tropenhaus Frutigen im Berner Oberland werden seit 2005 sibirische Störe und Sterlet in rund 20 Grad warmem Wasser gezüchtet.

Notiz an die Redaktion: KEYSTONE-BILDER VORHANDEN

(SDA/ATS - vs nh tr bu/bsd065/POL/3/100729 0958)

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Bilder: © Ulla Tampert, Dieter Schütz/pixelio.de

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