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Editorial

Eine Pioniertat, aber?…

Ich gebe offen zu: Wenn es um den Schweizerischen Nationalpark geht, habe ich gemischte Gefühle. Das klingt vielleicht seltsam, denn eigentlich finde ich es toll, dass unsere Vorfahren sich vor über 100 Jahren durchringen konnten, eine Fläche von rund 170 Quadratkilometern einfach der Natur zu überlassen.

Doch manchmal kommen mir Zweifel, ob die Idee hinter diesem Vorhaben langfristig gesehen die richtige war. Und zwar aus zwei Gründen. Zuerst einmal ist der Nationalpark zwar einzigartig in unserem Land – und ist es eben doch nicht. Schöne und wertvolle Naturlandschaften gibt es nämlich auch anderswo.

Egal ob Gämsen, Steinböcke, Hirsche oder Schneehasen: Die Tiere, mit denen der Nationalpark Werbung macht, kann ein Naturfreund auch in einer anderen Region der Schweiz beobachten. Der Wolf hat sich sogar zuerst in diversen anderen Gebieten etabliert – und scheint den Nationalpark erst jetzt so langsam zu entdecken.

Das ist, so meine Befürchtung, ein Problem für die Legitimierung des Nationalparks – oder dabei, für neue derartige Pärke zu werben. Weshalb sollte die Bevölkerung die Benützungs- und Begehungsrechte für weitere Landschaftsstriche einschränken, wenn sich dort dann doch keine einzigartige Fauna ansiedelt?

Der zweite Grund ist praktisch das Gegenteil. Das Konzept der Nationalpärke, denke ich, könnte dazu führen, dass wir uns in falscher Sicherheit wiegen. Etwa nach dem Motto: Wir haben ja den Nationalpark, der unsere Tiere schützt. Also können wir in den übrigen Alpen ruhig weitere Skilifte bauen oder Berggipfel fürs Heliskiing freigeben.

Ab Seite 10, liebe Leserin, lieber Leser, tauchen Sie mit uns in den Schweizerischen Nationalpark ein. Sie werden sehen, was er für Naturschönheiten zu bieten hat. Aber denken Sie daran: Für die allermeisten dieser Tier- und Pflanzenarten reichen die 170 Quadratkilometer des Parks nicht aus. Wir müssen ihnen auch anderswo Platz zum Leben geben. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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