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Editorial

Ausgesummt?

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Editorial

Ausgesummt?

Wenn ich dieser Tage durch meinen Garten gehe, dann freut sich mein Herz. Überall blüht es. Es summt und sirrt und zirpt. Manchmal zähle ich mehrere Dutzend Schmetterlinge aufs Mal, die von Blume zu Blume, durchs hohe Gras oder einer Hecke entlang­gaukeln. Auf manchen Pflanzen stehen Hummeln und Bienen schon fast Schlange, um den Pollen abzusammeln.

Wenn ich hingegen einmal an einem Wochenende den Mais- und Weizenfeldern im Mittelland entlangwandere, habe ich oft weniger Freude. Kaum ein Insekt verirrt sich hierher. Die meisten Kulturen sind mit Pestiziden behandelt, die Randsäume in schweizerischer Gründlichkeit kurz geschnitten. Es sind eintönige Monokulturen.

Die zwei Beobachtungen stehen stellvertretend für die Diskussion, die wir im Schwerpunktthema dieser Ausgabe aufnehmen: Wie schlimm ist es um die Insekten bestellt in unserem Land? Es geht für einmal nicht um die Vielfalt: Dass viele Insektenarten selten geworden sind in den letzten Jahrzehnten, ist längst nachgewiesen. Nein, es geht diesmal um die schiere Masse.

Im letzten Herbst schreckte eine Studie die Fachwelt auf: Sie fand, dass in deutschen Naturschutzgebieten die Insektenbiomasse innert einem Vierteljahrhundert um drei Viertel abgenommen hat. Es ist ein dramatischer Befund. Denn Insekten sind nicht einfach lästige Schädlinge. Sie bestäuben unsere Obstbäume – und sie sind Futter für Fische, Vögel und viele andere Tiere, die wir lieben.

Doch sind die Ergebnisse aus Deutschland auf die Schweiz übertragbar? Ich weiss es schlicht nicht, liebe Leserin, lieber Leser. Klar: Es sind viele Lebensräume für Tiere verschwunden. Aber inzwischen haben die Renaturierungsbemühungen zugenommen – auch in der Landwirtschaft.

Wie Sie ab Seite 12 lesen, sind sich auch Experten nicht einig: Viele glauben, dass das Insektensterben bei uns ähnlich dramatisch ist wie in Deutschland. Aber es gibt auch Forscher, die optimistischer sind. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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