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Bei Zebrafinken macht die Mutter ihre Söhne attraktiv

Zürich (sda) Ausserehelich gezeugte Zebrafinken-Männchen sind besonders attraktiv, weil ihre Mütter mehr Nährstoffe in solche Eier eingelagern - und nicht etwa weil ihre Väter besonders schön sind. Das zeigt eine Studie von Forschern der Universität Zürich.

Australische Zebrafinken ziehen wie die meisten Vögel ihre Jungen als Paar auf, wie die Universität Zürich am Donnerstag mitteilte. Doch nicht immer ist der Familienvater auch der Erzeuger: Weibchen paaren sich nämlich auch mit anderen Männchen, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet.

Söhne, die aus solchen Seitensprüngen resultieren, sind im Schnitt schöner als "eheliche" Söhne. Ihr farbiger Federschmuck ist ausgeprägter, wie ein schweizerisch-australisches Forscherteam unter der Leitung von Barbara Tschirren von der Uni Zürich im Fachmagazin "Proceedings of The Royal Society B" berichtet.

Keine "Supermännchen"

Solche Vorteile für aussereheliche Jungtiere wurden bereits für verschiedene Vogelarten gefunden. Bisher gingen Forscher davon aus, dass sie daher rühren, dass Weibchen sich für ihre Seitensprünge besonders attraktive oder starke Männchen aussuchen und deren genetische Vorzüge auf die ausserehelichen Jungtiere übergehen.

Tschirren und ihre Kollegen widerlegen nun aber diese Theorie der attraktiven "Supermännchen". Wie die Forscher zeigen, unterscheiden sich verpaarte Männchen und aussereheliche Sexualpartner nämlich nicht in ihrer Farbenpracht. Der einmalige Sexualpartner hat also nicht die besseren Gene als das Männchen aus der Paarbeziehung.

Weshalb, wenn nicht wegen der väterlichen Gene, sind denn die ausserehelichen Söhne attraktiver? Um dies herauszufinden, verglichen die Forscher die Grösse der Eier mit der Ausprägung des Federschmucks der jungen Zebrafinken. Es zeigte sich, dass schöne Tiere aus grösseren Eiern geschlüpft sind.

Wettlauf der Spermien

Laut Tschirren sind jeweils die ersten Eier eines Geleges grösser als die restlichen. In sie lagert die Mutter noch sehr viele Nährstoffe und Hormone ein. Die Bevorzugung der zuerst geschlüpften ergibt Sinn, weil diese Nachkommen eine wesentlich höhere Überlebensrate haben als später geschlüpfte Tiere.

Männchen konkurrenzierten sich gegenseitig, damit sie jene Eier befruchten könnten, die das Weibchen dann als erstes lege, wird Tschirren in der Mitteilung zitiert. Auf diese Weise könnten sie nämlich die Mehrinvestitionen des Weibchens in diese Eier für ihre eigenen Nachkommen ausnutzen.

Tschirren vermutet, dass bei den Männchen eine Spermienkonkurrenz herrscht: Männchen mit schnellen Spermien befruchten die zuerst gelegten, grössten Eier. Im Lauf der Evolution könnte so ein System entstanden sein, in dem Männchen mit raschen Spermien bei Ausserpaar-Kopulationen besonders erfolgreich sind.

(SDA/ATS - sk fy/bsd084/SCT/4/110929 1201)

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