Keine neuen Schutzgebiete in der Antarktis

Weddellrobbe

Im antarktischen Weddellmeer entsteht weiterhin kein Schutzgebiet.

Katherine Rock/Shutterstock.com

Konferenz
Trotz Tagungsverlängerung und zähem Ringen hat sich die diesjährige Konferenz der Antarktis-Kommission CCAMLR erneut nicht auf die Ausweisung neuer Meeresschutzgebiete einigen können.

Die Sitzung, die am Dienstag begonnen hatte und wegen der Corona-Pandemie erstmals nur virtuell stattfand, brachte somit auch keine Fortschritte bezüglich der Einrichtung des bis heute weltgrössten Meeresschutzgebiets im artenreichen Weddellmeer. Die deutsche Bundesregierung und viele weitere Staaten setzen sich seit Jahren für das Schutzgebiet ein. Wie schon zuvor haben China und Russland den Vorschlag aber auch in diesem Jahr blockiert («Tierwelt online» berichtete).

«China und Russland handeln verantwortungslos. Beide Länder weigern sich, den fragilem Lebensraum der Antarktis zu schützen und wollen ihn weiterhin rücksichtslos ausbeuten», kommentierte Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace Deutschland den Ausgang der Konferenz. Beide Länder setzten damit die Zukunft des südlichen Eismeeres aufs Spiel. «Im nächsten Jahr muss der Antarktisschutz zur Priorität auf höchster politischer Ebene auch der Bundesregierung werden. Ein erneutes Scheitern können wir uns nicht leisten», so Maack.

Auch der WWF kritisierte, die CAMLR-Kommission habe eine weitere Chance vertan, eine der letzten fast unberührten Regionen des Ozeans unter besonderen Schutz zu stellen: «Angesichts des Klimawandels und der Biodiversitätskrise ist für die einzigartigen Ökosysteme, Lebensräume und Arten im Südpolarmeer ein effektiver Schutz unabdingbar», betonte WWF-Meeresschutzexperte Tim Packeiser. Der Bundestag hatte sich zuletzt einstimmig für die Pläne zum Schutz des 2,8 Millionen Quadratkilometer grossen, sehr artenreichen Weddellmeeres ausgesprochen.

Das «Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis» mit Sitz im australischen Hobart wurde 1980 ins Leben gerufen. Der Kommission gehören 25 Mitgliedstaaten und die EU an. Alle Entscheidungen müssen einstimmig getroffen werden.

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