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Seltene Vögel auf Inseln nun ohne Feinde

Aktuell | Mittwoch, 21. Juni 2017, sda/dpa

Einige der seltensten Vogelarten weltweit haben auf einigen Pazifikinseln ein letztes Refugium gefunden: Umweltschützer haben in zwei Jahren fünf Inseln in Französisch-Polynesien von fünf invasiven Arten befreit.

Dies berichtet die Vogelschutzorganisation Birdlife International. So stünden jetzt rund 1000 Hektar zur Verfügung, auf denen die Vögel ohne Gefahr von invasiven Arten wie Ratten brüten und leben könnten. Nach erstem Augenschein hätten sich auch die Bestände von Pflanzen erholt, die nur auf den Inseln beheimatet sind, so Birdlife.  

In dem geretteten Paradies auf halbem Weg zwischen Australien und Südamerika lebt etwa die Polynesische Erdtaube (Alopecoenas erythropterus), von der es wahrscheinlich nur noch weniger als 200 Exemplare auf der Welt gebe. Ein anderer Bewohner ist der Kleinschnäbelige Südseeläufer (Prosobonia parvirostris).  

«Der raubtierfreie Lebensraum für diese Vögel war so klein geworden, dass ohne diesen Einsatz ein Zyklon, eine Dürre, oder eine Ratten- oder Vogelkrankheit das Aussterben hätte bedeuten können», erklärt Steve Cranwell von Birdlife. Das Einschleppen fremder Säugetierarten sei 90 Prozent aller ausgestorbenen Vogelarten zum Verhängnis geworden.

 

Die Inseln sind teilweise dünn besiedelt. Der Einsatz sei eine Herausforderung gewesen: Helfer hätten mehrfach mit dem Schiff bei teils rauer See zu den abgelegenen Inseln fahren müssen, jeweils ein Zwölftagestrip, so Birdlife.  

Experten hoffen, dass sich weitere gefährdete Arten ansiedeln, etwa die Weisskehl-Sturmschwalbe (Nesofregetta fuliginosa), der Borstenbrachvogel (Numenius tahitiensis), die Tuamotufruchttaube (Ptilinopus coralensis) und der Murphysturmvogel (Pterodroma ultima).

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