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Editorial

Brennende Wälder

Bestürzt schaut die Welt nach Brasilien, wo die schlimmsten Waldbrände seit Langem wüten. Mehrere Tausend Quadratkilometer Regenwald gehen im Amazonasgebiet in Flammen auf. Riesige Mengen von Rauch, Staub und Kohlendioxid gelangen in die Luft, Lebensräume für einzigartige Tiere werden vernichtet.

Da scheint der Schwerpunkt dieser Ausgabe auf den ersten Blick quer in der Landschaft zu liegen: Ab Seite 10 berichten wir nämlich davon, dass sogenannte Umweltkatastrophen wie Waldbrände, Lawinen, Stürme oder Überschwemmungen für die Natur auch ihre guten Seiten haben können.  

Wir zeigen das anhand eines der grössten Waldbrände auf, die
die Schweiz in den letzten Jahrzehnten erlebt hat: des Brandes von Leuk VS im August 2003. Zwar sahen die verkohlten drei Quadrat­kilometer Wald anfangs schrecklich aus – doch die Natur erholte sich rascher, als es Spezialisten vermutet hätten.

Zudem profitierten diverse Arten, die ansonsten in unserer Landschaft selten geworden sind. Zum Beispiel der Gartenrotschwanz, den Sie, liebe Leserin, lieber Leser, auf dem Titelbild sehen. Ein paar Jahre nach dem Feuer erreichte er auf den Brandflächen Dichten wie sonst nirgends in der Schweiz. 

Es gibt sogar einige Lebewesen, die Waldbrände zum Überleben brauchen. Käfer etwa, die Brandherde aus vielen Kilometern Entfernung wahrnehmen, heranfliegen und ihre Eier in die noch warme Asche legen. Solche feuerliebende Arten sind zwar selten, doch sie existieren auch in der Schweiz, zumindest auf der Alpensüdseite.

Und hier liegt, ganz abgesehen vom Ausmass, der Unterschied zu den Bränden im Amazonas. Im Mittelmeerraum bis ins Tessin und ins Wallis sind Waldbrände ein natürliches Phänomen, das seit Jahrtausenden dann und wann auftritt. In tropischen Regenwäldern ist es dafür zu feucht. Dort ist der Grossteil der Feuer vom Menschen gelegt, um Ackerland zu gewinnen – die Natur wird sich nicht so schnell erholen. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

 

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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