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Editorial

Gene, Glück und Garten

Mich faszinieren die kleinen Tiere genauso sehr wie die grossen: Schwebfliegen, deren Larven je nach Art Blattläuse oder Schlamm fressen. Die Goldwespe, die scheinbar einträchtig mit der Wildbiene Pollen von einer Blüte frisst, dieser danach aber Kuckuckseier ins Nest legt – es gibt so viel zu entdecken im Reich der Insekten.

Am liebsten würde ich jede Tierart kennen, die irgendwo fliegt oder kriecht. Oder zumindest, weil alles zu wollen stets ein vermessener Wunsch ist, jene in meinem Garten. Auch das ist natürlich illusorisch. Aber manchmal male ich mir aus, wie es wäre, wenn es ein Gerät gäbe, um diese ganze Vielfalt ruckzuck zu bestimmen.

Man könnte zum Beispiel etwas Wasser aus dem Teich schöpfen, etwas Erde aus dem Kompost schaufeln und ein paar Blüten im Blumenbeet abzwacken. Alles in eine Art Mixer geben, der Sekunden später eine Liste ausspuckt. Darauf steht, wer sich im Wasser tummelte, wer im Kompost grub und wer auf den Blüten sass.

Ganz so utopisch, wie sie auf den ersten Blick klingen mögen, sind solche Gedanken nicht. Das werden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, merken, wenn Sie ab Seite 10 den Schwerpunkt dieser Ausgabe lesen. Er dreht sich um die immensen Möglichkeiten, die neue genetische Methoden im Naturschutz bieten. 

Mit einem Verfahren namens Umwelt-DNA etwa untersuchen Forscher schon heute Gewässer und Böden in der oben beschriebenen Art: Eine Probe reicht, um die Bewohner dieser Lebensräume nachzuweisen. Und das ist noch nicht alles: Anhand des Erbguts könnte man wohl sogar herausfinden, ob die Goldwespe in meinem Garten eher aus dem Osten oder aus dem Westen zu mir kam.

Es sind aufregende Perspektiven für Biologen und Naturschützer. Aber in meinem Garten brauche ich sie wohl doch nicht, wenn ich mir die Sache richtig überlege: Was glücklich macht, ist nämlich nicht eine Liste, die ein Computer ausspuckt. Es sind die metallisch roten und blauen Farben der Goldwespe im Sonnenlicht. Ich wünsche Ihnen eine glückliche Woche! 

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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