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Editorial

Gestrandete Sammlerpläne

Jeder Mensch hat im Lauf seines Lebens so seine Projekte. Manche gelingen, man verfolgt sie über Jahre, taucht immer tiefer in sie ein. Andere sind eher flüchtige Begleiter: Sie verschwinden rasch wieder in einer Schublade – oder scheitern gar Knall auf Fall. So, wie es vor Jahren meinem Projekt «Muschelsammlung» erging.

Ich war damals Biologiestudent und begann immer mehr, mich für die Vielfalt der Lebensformen zu interessieren. In einer Studien­woche am französischen Mittelmeer verglichen wir nicht nur Fische und mikroskopierten Plankton, sondern fanden am Strand auch unzählige Muschelschalen. Ich nahm Säcke davon mit nach Hause.

Meine Vorstellung war ungefähr die: Ich würde die Muscheln bestimmen und, nach Arten gegliedert, in Setzkästen aufbewahren. Jedes Mal, wenn ich wieder ans Meer fahren würde, kämen neue dazu, bis … Na ja, ich weiss nicht mehr, ob ich damals auch nur einen Gedanken an das Platzproblem verschwendet habe, das die unweigerliche Folge dieses Plans gewesen wäre.

Es kam sowieso nicht so weit. Die Muscheln begannen zu riechen. Streng zu riechen. Wahrscheinlich von Überresten der Tiere, die noch in den Schalen und Häuschen lagen. Ich hatte die Sammlung bei meinen Eltern gelagert. Sie flog zuerst aus dem Haus auf den Sitzplatz und von dort – als der Gestank immer übler wurde – in den Kehricht. Meine Sammlerträume waren ausgeträumt.

Deshalb bin ich auch gar nie so weit gekommen, mich mit den Muscheln in der Schweiz näher zu befassen. Bis zu den Recherchen für den Fokus ab Seite 10. Ich war erstaunt, wie viele Arten dieser Schalentiere in unseren Gewässern leben: Rund 30 Arten, manche so klein wie eine Stecknadel, andere so gross wie eine Männerhand.

Sammeln, liebe Leserin, lieber Leser, sollte man die heimischen Muscheln aber keinesfalls. Denn die meisten von ihnen sind so selten geworden, dass wir froh sein müssen, wenn sie die nächsten Jahre im Freiland überleben. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und eine gute Woche mit Ihren Projekten!

 

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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