Nach einem langen Winter darf die Umstellung unserer Haustiere auf frisches Grün von draussen nur langsam und in kleinen Portionen erfolgen, ansonsten kann es schnell zu Verdauungsstörungen kommen. Beachtet werden sollte auch, dass nicht jede Futterpflanze für jedes Tier geeignet ist. So ist beispielsweise Löwenzahn für Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster, aber auch für Schildkröten ein begehrter und gesunder Vitaminspender. «Auch Chinchillas und Degus dürfen frisches Grün bekommen», informiert Kristina Grich vom Samtpfötli Shop in Liestal. Es sei bei ihnen nicht so wichtig wie bei Kaninchen und Meerschweinchen, aber trotzdem die gesündeste und artgerechteste Nahrung für sie. «Viele Degus und Chinchillas sind frisches Futter einfach nicht gewohnt, weil noch vielerorts die Meinung herrscht, dass sie aufgrund ihrer Herkunft aus den kargen, vegetationsarmen Anden kein Frischfutter, sondern nur trockene Gräser, Kräuter, Zweige und Blätter vertragen», erklärt Kristina Grich. Grundsätzlich hätten Degus und Chinchillas aber das gleiche Hauptfutter wie Kaninchen und Meerli. «Zwar mögen sie oftmals getrocknete Kräuter lieber, aber trotzdem darf und kann man ihnen auch problemlos frisches Grün geben. Wichtig ist aber eine langsame Gewöhnung, wenn sie es noch nicht kennen», rät Grich.

Gesunde Leckerbissen
Kanarienvögel, Wellensittiche und Zebrafinkenlieben nicht nur die jungen Löwenzahnblätter, sondern beknabbern selbst die gelben Blütenköpfe gerne. Wie der Name bereits sagt, ist die Vogelmiere für Vögel ein gesunder Leckerbissen, ausserdem Hirtentäschelkraut, Rispengras und Gänseblümchen. Zartes Wiesengras, Spitz- und Breitwegerich sowie Sauerampfer, Luzerne, junge Brennnesseln, Schafgarbe und Kamille sind für Mümmelmann, Meerli und Co. wertvolles Frischfutter. «Da Meerschweinchen und Kaninchen zu Blasen- und Nierenproblemen neigen, sollten sie genug Flüssigkeit in ihrer Nahrung haben. Deshalb ist für sie frisches Grün ein essenziell wichtiges Hauptfutter. «Getrocknete Kräuter hingegen sollten nur sehr wenig verfüttert werden», so die Inhaberin vom Samtpfötli Shop. Klee ebenfalls nur wenig geben, da er blähend wirkt. «Hamstern, Farb- und Rennmäusen sowie Ratten kann man auch frisches Grün als vitaminreiche Futterergänzung anbieten. Für Ratten und Farbmäuse wird oft Salbei, Melisse, Pfefferminze und Spitzwegerich als Immunstärkung und zur Unterstützung bei Erkältungen und Schnupfen eingesetzt. Hamster und Rennmäuse mögen es, wenn man ihnen in einem Schälchen frisches Grün anpflanzt. Oder man bietet ihnen frische Keimlinge an. Dafür haben wir sogar ein Produkt in unserem Shop», sagt Kristina Grich.

Der Getreidesnack für zwischendurch
Ebenfalls sehr begehrt sei unreifes Getreide, denn dieses Getreide sollte nur verfüttert werden, wenn das Stärkekorn noch nicht ausgebildet ist. «Man spricht hier von Grünem Hafer, Grüner Gerste und so weiter», sagt die Kleintierexpertin. Da hier aber nur unbehandelte Halme gegeben werden dürfen, empfiehlt es sich, selbst eine Auswahl im eigenen Garten anzubauen oder in einem Blumentopf auf Balkon oder Fensterbank austreiben zu lassen. Als Gartenbesitzer kann man ein Haustierbeet anlegen, in das man neben Gemüsearten wie Karotten, Sellerie, Fenchel, Chicorée, Spinat oder Feldsalat auch Kräuter wie Petersilie, Dill, Liebstöckel, Kerbel oder Salbei pflanzt. Beim Eigenanbau geht man grundsätzlich auf Nummer sicher, seinem Tier nur unbehandelte Pflanzen zu verfüttern. Vom Gemüse- und Kräuterbeet profitieren auch Hunde. Während gekochte Gemüsesorten wie Karotten, Salat, Zucchini, Kürbis, Randen oder Brokkoli ihren Speiseplan mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen bereichern, sind verschiedene Kräuter sehr gut für den Stoffwechsel. Eine Kräutermischung aus Löwenzahn, Birkenblättern, Brennnessel und Ackerschachtelhalm, die über das Futter gestreut wird, unterstützt zudem von innen den frühjährlichen Haarwechsel. Begehrt und gesund sind bei Kleintieren ebenfalls frische, ungespritzte Obstbaum-, Haselnuss- oder auch Weidenzweige mit Knospen oder den ersten zarten Blättern. Sie sind nicht nur für Zwergkaninchen und Nager geeignet, sondern auch für Vögel. Neben dem Gesundheitsfaktor kommt hier sogar die Beschäftigung nicht zu kurz. Ausserdem werden durch das Beknabbern auf natürliche Weise die ständig nachwachsenden Zähne der Nager kurz sowie der Vogelschnabel in Form gehalten. Verwendet man Zweige als natürliche Sitzstangen für Vögel, werden auf diese Weise zusätzlich die Krallen ausreichend abgenützt.

Selbst einfaches Gras ist bei Kaninchen, Nagern und Vögeln, aber auch Hunden und Katzen beliebt. Während Langohren, Kleinnager und unsere gefiederten Freunde wichtige Vitamine und Mineralien über das Gras erhalten, fressen es Hunde und Katzen für eine bessere Verdauung. Unverdautes wie beispielsweise Haare, die Bello und Mieze bei der eigenen Fellpflege durch Lecken mit aufnehmen, wird im Verdauungstrakt mit gefressenem Gras verbunden und kann so wieder problemlos wieder ausgeschieden werden. Häufig folgt zudem ein Erbrechen des Grüns samt eingewickeltem Fremdkörper. Bei Hunden kann man das Gras fressen ausserdem beobachten, wenn ihnen übel ist. Die Tiere versuchen so auf natürliche Weise, ihren Magen zu beruhigen und zu reinigen.
Ungeeignete Sammelorte für Grünfutter
• Ränder viel befahrener Strassen, da dort die Belastung durch Autoabgase zu hoch ist. • An Bahndämmen wegen der möglichen Verunreinigung durch Herbizide und Fäkalien. • In der Nähe von Baumschulen und Gärtnereien: Hier besteht eine erhöhte Schadstoffbelastung durch Dünger und Pflanzenschutzmittel. • Feldränder, da dort meist noch Dünge- und Pestizidreste an den Pflanzen haften. • Orte, an denen Hunde ausgeführt werden. Hier kann für Kleintiere und Vögel eine Krankheitsübertragung durch den Hundekot erfolgen. • In der Nähe von Wildkaninchenkolonien: Für ungeimpfte Kaninchen besteht die Gefahr der Myxomatoseübertragung.
Sammeltipps
• Nur immer für den Tagesbedarf sammeln. • Keine bereits verwelkten oder vergilbten Blätter mitnehmen. • Darauf achten, dass die Pflanzen sauber, trocken und nicht gefroren sind. • Keine Kräuter auf Wiesen pflücken, die mit Tierkot verschmutzt sind, denn dadurch könnten Würmer oder auch andere Parasiten auf das Haustier übertragen werden. • Alle Pflanzen luftig und kühl transportieren, beispielsweise in einem Weidenkorb oder einem luftdurchlässigen Kartoffelsack. • Gesammelte Pflanzen sofort verfüttern, es sei denn, man möchte sie vollständig trocknen lassen. • Generell gilt: Hände weg von geschützten und unbekannten Pflanzen.
Für Haustiere giftige Pflanzen
• Azalee • Akelei • Bärlauch • Buchsbaum • Efeu • Eibe • Eisenhut • Fingerhut • Herbstzeitlose • Hundspetersilie • Immergrün • Kornrade • Krokus • Kronwicke • Lebensbaum • Lorbeerbaum • Maiglöckchen • Misteln • Mohn • Nachtschattengewächse • Narzissen • Schierling • Schneeglöckchen • Wolfsmilchgewächse • Zaunrübe

