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Knoblauch: Antike Heilpflanze

Knoblauch soll gegen alles Mögliche helfen, selbst gegen Vampire. Die Lauchpflanze wird seit der Antike weltweit als Gewürz- und Heilpflanze genutzt.

Ursprünglich kommt der Knoblauch aus Zentralasien und gehört wie die Speisezwiebel zur Gattung Lauch (Allium). Die Blätter der Pflanze ähneln jenen des Schnittlauchs. Der für uns interessante Teil bildet die Zwiebel, deren Knolle aus mehreren Tochterzwiebeln, den Zehen, besteht. Diese Zehen schmecken scharf-aromatisch. Schuld dafür sind schwefelhaltige Verbindungen, die insbesondere beim Erhitzen des Knoblauchs entstehen und den so gewürzten Gerichten den typischen Geschmack verleihen. Diese schwefelhaltigen Verbindungen sorgen auch für den Geruch der körperlichen Ausdünstungen von Menschen, die Knoblauch gegessen haben. Deren Abbauprodukte werden über die Lungenbläschen an die Atemluft abgegeben.

Insbesondere im Mittelmeerraum und in der asiatischen Küche geniesst der Knoblauch grosse Beliebtheit. Er gibt Gerichten wie Nudeln mit Pestosauce oder Aioli nicht nur einen ausgeprägten Knoblauchgeschmack, sondern wirkt auch allgemein geschmacksverstärkend und wird deshalb verschiedensten Gerichten hinzugefügt. Allein in China wird jährlich über 20 Millionen Tonnen Knoblauch geerntet. In der Schweiz werden 95 Prozent des Knoblauchs importiert.

Schon im Altertum war Knoblauch als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Während des Baus der Pyramiden soll Knoblauch sogar nebst Zwiebeln und Rettich als tägliche Bezahlung für die Arbeiter eingesetzt worden sein. Laut Talmud soll Knoblauch die «Kleinwesen in den Därmen töten», also antibiotisch wirken. Allerdings gilt Knoblauch auch als Aphrodisiakum, weswegen dessen Verzehr am Vorabend des Sabbats unrein machen soll.

Im Mittelalter half Knoblauch gegen so gut wie alles, sei es gegen Bisswunden durch Hunde und Schlangen, gegen Haarausfall, Zahnschmerzen, Hautausschläge, Lungenleiden oder Menstruationsstörungen. Tatsächlich ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Knoblauch antibakteriell wirkt, die Blutfettwerte senkt und daher vorbeugend gegen atherosklerotische Veränderung der Blutgefässe wirken könne.

Woher genau der Aberglaube stammt, dass Knoblauch Vampire abwehren könne, ist nicht bekannt. Doch auch in anderen Regionen der Welt gilt Knoblauch als Mittel der Wahl, wenn es um die Bekämpfung dunkler Mächte geht. So wird in der Türkei, in Jerusalem, Griechenland, Ägypten und in manchen arabischen Ländern Knoblauch als Abwehr gegen den «bösen Blick», eine Art Fluch, verwendet.

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