Einst hatten Wilderer den Sibirischen Tiger, auch bekannt als Amurtiger, beinahe ausgerottet. In den Dreissigern schätzte man Anzahl Tiere in der Wildnis auf weniger als fünfzig. Dank Schutzmassnahmen konnte sich der Bestand auf rund 500 Tiere erholen. Doch noch immer sind Produkte aus Tigern auf dem Schwarzmarkt gefragt, insbesondere in China, wo etwa Tigerhoden als Potenzmittel gelten.
Die Mutter des Tigerwelpen Zolushka war wohl ebenfalls Wilderern zum Opfer gefunden. Das Tigerbaby war vier oder fünf Monate alt, als es im Februar 2012 von Jägern gefunden wurde, und es war dünn und schwach – offensichtlich konnte es nicht alleine Überleben. Zolushka – russisch für Aschenputtel – wurde von Tierschützern gepflegt und medizinisch versorgt. Ein Stück ihres Schwanzes war abgefroren und musste amputiert werden, wie der Blog «Mother Nature's Network» (MNN) berichtet.
Fotos, Kadaver und zwei Sorten von Pfotenabdrücken
Die Pfleger brachten dem jungen Tiger bei, zu jagen, zuerst kleine Beutetiere wie Kaninchen, mit der Zeit dann auch wehrhafte Wildschweine. Offenbar war die Erziehung erfolgreich. Im Mai 2013 bekam das Tier ein GPS-Halsband verpasst und wurde im Osten Russlands in Freiheit entlassen (siehe Video). Bald darauf tappte Zolushka mehrere Male in Fotofallen. Zudem fanden sich Tierkadaver, die bestätigten: Die Tigerin erlegte erfolgreich Dachse und Wildschweine.
Doch Ziel der Auswilderung war es nicht, nur einen Tiger mehr zu haben. Deshalb waren die Tierschützer hoch erfreut, als sie neben Zolushkas Spuren solche eines grösseren Tieres fanden. Es handelte sich um ein erwachsenes, gesundes Tigermännchen. Laut MNN erreichen weibliche Sibirsche Tiger mit drei Jahren die sexuelle Reife. So besteht Hoffnung, dass schon bald junge Tigerchen zur Welt kommen. Es wären die ersten seit 60 Jahren in dieser Region.

