Jedes Jahr verleiht das Naturhistorische Museum in New York den Titel «Wildlife Photographer Of The Year». Der prestigeträchtige Preis wird unter zehntausenden von Einsendungen gekürt. Auch 2021 legten ein Grossteil der Bilder den Finger in eine offene Wunde: die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben der Wildtiere.
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Redaktion Tierwelt
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«Die heilende Hand» von Brent Stirton zeigt die Direktorin eines Wildschutz-Centers, wie sie einkleinesSchimpansen-Waise mit seinen neuen Gefährten vertraut macht. Die Affenkinder haben ihre Eltern meist durch Wilderer verloren, die die Tiere als sogenanntes Bushmeat verkaufen. In der Einrichtung Community Care in Südafrika werden die Menschenaffen liebevoll aufgenommen und ihre psychischen und physischen Trauma behandelt. Die beiden auf dem Bild haben Glück. Nur eines aus zehn Schimpansenkinder überlebt, nachdem die erwachsenen Tiere für ihr Fleisch gewildert wurden.
(Bild: Brent Stirton, Wildlife Photographer of the Year)
«Die heilende Hand» von Brent Stirton zeigt die Direktorin eines Wildschutz-Centers, wie sie einkleinesSchimpansen-Waise mit seinen neuen Gefährten vertraut macht. Die Affenkinder haben ihre Eltern meist durch Wilderer verloren, die die Tiere als sogenanntes Bushmeat verkaufen. In der Einrichtung Community Care in Südafrika werden die Menschenaffen liebevoll aufgenommen und ihre psychischen und physischen Trauma behandelt. Die beiden auf dem Bild haben Glück. Nur eines aus zehn Schimpansenkinder überlebt, nachdem die erwachsenen Tiere für ihr Fleisch gewildert wurden.
(Bild: Brent Stirton, Wildlife Photographer of the Year)
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Neunzehn, zum Teil erschreckende, aber immer faszinierende, Bilder gewannen in 20 Kategorien den Titel «Wildlife Photographer Of The Year». Den Gesamtwettbewerb gewann der Franzose Laruent Ballesta mit seinem Bild «Creation», das drei Zackenbarsche bei der Paarung zeigt. Der Unterwasserfotograf und Biologe hielt den Moment fest, als die Fische die milchige Wolke aus Eizellen und Sperma verlassen und so neues Leben kreieren. Die Zackenbarsche sind vom Aussterben bedroht. Besonders der Klimawandel macht dieser verletzlichen Spezies zu schaffen.
Mit seinem Bild «Reflection» holte sich der Kuwaiti Majed Ali den ersten Platz in der Kategorie «Animal Portraits». Der Fotograf wanderte vier Stunden in den feuchtwarmen Regenwäldern von Bwindi, um Kibande zu finden, den 40 Jahre alten Berggorilla. «Als der kühlende Regen fiel, blieb Kibande einfach sitzen und es schien, als geniesse er die Dusche sehr.» (Bild: )
Was aussieht wie ein Bär der mit seinem Zmittag ein Selfie macht heisst «Grizzly Leftovers» und ist der Gewinner in der Kategorie Tiere und ihre Umgebung. Fotografiert hat dieses aussergewöhnliche Bild der Amerikaner Zack Clothier. Natürlich hat sich Clothier nicht persönlich in diese hochgefährliche Situation begeben. Er fand das Elch-Skelett und stellte dort eine Kamerafall auf, die der Grizzly anscheinendwahnsinnig interessant fand. (Bild: )
«Das Spinnenzimmer» von Gil Winzen aus Israel gewann in der Kategorie «Urban Wildlife». Der Weg zum Sieg wird wohl vielen einen Schauer über den Rücken jagen - denn so sah es unter Winzens Bett aus. Nachdem er überall in seinem Zimmer kleine Spinnen bemerkte, fand diese handflächengrosse Brasilianische Wanderspinne und ihre Brut unter seiner Schlafstätte. DiePhoneutria nigriventergilt als eine der giftigsten Spinnen der Welt. Das Tier wurde sicher aus dem Zimmer entfernt, aber nicht bevor Winzen dieses eindrückliche Foto schoss. (Bild: )
Der Australier Adam Oswell zeigt Zoo-Besucher, die einen jungen Elefanten unter Wasser bestaunen. Oder ist es umgekehrt? (Bild: )
Und weiter gehts mit Spinnen und mit Gil Winzen. Der Spinnen-Fan fand diesen Uferjäger, der gerade dabei war, seine Eier in einen beeindruckenden Sack einzuweben. Die Tiere kommen vor allem in den Feuchtgebieten Nordamerikas vor. Sie legen bis zu 750 Eier, die sie einweben und bis zum Schlüpfen mit sich tragen. (Bild: )
«Kinderzimmer-Meltdown» von Jennifer Hayes, gewann den ersten Platz in der Kategorie «The Bigger Picture». Es zeigt hunderte Sattelrobben, ihre neugeborenen Welpen und das Blut der Geburten auf dem schmelzendenEis. «Dieses Bild zeigt das pure, pulsierende Leben», sagt Hayes zu ihrem Werk. Jeden Herbst wandern die Robben von Arktis in Richtung Süden, um zu gebären. Dabei warten sie so lange, bis sich auf der Meeresoberfläche Eis bildet. Der Klimawandeldürfte ihre Population in den kommenden Jahren empfindlich verringern, da sie immer weniger Eisflächen finden, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. (Bild: )
Laurent Ballesta aus Frankreich gewann in der Kategorie «Unterwasser». Sein Bild «Kreation» zeigt ein Trio von Zackenbarschen, in einer milchigen Wolke aus Eiern und Sperma. Jedes Jahr im Juli bei Vollmond treffen sich die Tiere in den Gewässern der Lagune von Fakarava im Pazifik. (Bild: )
«The intimate Touch» von Shane Kalyn aus Kanada begeisterte die Jury in der Kategorie «Behaviour Birds». Mitten im eiskalten kanadischen Winter fotografierte Kalyn dieses Raben-Paar wie es Geschenke austauschte. Raben sind monogam lebende Vögel und dennoch umwerben sich die Partner währendder Paarungssaison immer wieder neu. Sie schenken einander Moos, Zweige und kleine Steine zum Nestbau. (Bild: )
«Kopf an Kopf» heisst das Foto, das Stefano Unterhiner aus Italien den Sieg in der Kategorie «Behaviour: Mammals» einbrachte. Es zeigt zwei Spitzbergen-Ren, die um die Kontrolle einer Herde kämpfen. Unterhiner folgte den Tieren auf ihrer Reise durch den Schnee, als der Kampf plötzlich begann. «Es war intensiv: der Geruch, die Geräusche, die Erschöpfung und der Schmerz der Tiere», beschreibt der Fotograf die Situation. Die Männchen kämpfen so lange, bis das dominantere (links im Bild) seinen Herausforderer besiegen und vertreiben konnte. So stelltedas Alphatier sicher, dass es sich paaren kann. (Bild: )
Der zehnjährigeVidyun R Hebbar aus Indien begeisterte die Jury mit seinem Bild «Dome home». In einem Vergnügungspark fand der jüngste Sieger des Wettbewerbs diese winzigeZeltnetzspinneCyrtophora moluccensisin ihrem aufwändigen Netz. Den farbenfrohen Hintergrund bildete ein vorbeifahrendes TukTuk, wofür Hebbar genau im richtigen Moment abdrücken musste. (Bild: )
Sonnenblumen-Singvogel vonAndrés Luis Dominguez Blanco. Der Spanier stach in der Kategorie 11-14 Jahre alle Konkurrenten aus. Er sagt selber über sein Bild: «Ich liebe die kräftigen Farben der Sonnenblumen und denOrpheusspötter, der sich die Seele aus dem Leib singt.» DerOrpheusspötter ist einer von mehr als 400 Singvogelarten aus der Familie derSylviidae sensu lato. Sein Gesang wird als angenehmes Brabbeln beschrieben. (Bild: )
Lasse Kurkela aus Finnland wurde als Sieger unter den Fotografen zwischen 15 und 17 Jahren gekürt. Sein Bild zeigt einenUnglückshäher(Perisoreus infaustus) der hoch zu den Wipfeln der riesigen Fichten fliegt, um dort oben seine Beute zu lagern. Lasse Kurkela nutzte ein Stück Käse, um den Vogel anzulocken. Unglückshäher nutzen die hohen Nadelbäume als Vorratskammern. Mit ihrem klebrigen Speichel befestigen sie Samen, Beeren und Insekten in den Furchen derStämmeund Äste. (Bild: )
Die Vorsitzende der Jury, Schriftstellerin Rosamnund «Roz» Kidman sagt: «Das Bild funktioniert auf so vielen Ebenen. Es ist überraschend, energiegeladen, spannend und ist von aussergewöhnlicher Schönheit.»
Über 50'000 Einsendungen aus 95 Ländern bewarben sich 2021 um den begehrten Titel. Das Gewinnerfoto und einige der Sieger aus den Kategorien sehen Sie in unserer Galerie.