Den Springschnecken geht bald der Saft aus

Nicht nur das Salatbeet, sondern auch der Meeresgrund ist voll von Schnecken. Einige davon können sogar hüpfen. Vielleicht aber nicht mehr lange, wenn die Kohlendioxidwerte im Wasser weiter steigen.

Flügelschnecken sind in etwa das Gegenteil von dem, was wir uns unter einer Schnecke vorstellen. Aussehen tun sie nicht aussergewöhnlich, doch «Schneckentempo» heisst bei ihnen «ziemlich schnell». Die Tiere leben in tropischen und subtropischen Gewässern und haben die spezielle Fähigkeit, wenn nötig blitzschnell zu sein. Dazu haben sie eine Art Gehäuse-Deckel, das Operculum, das sie im Boden verankern können. Dann können sie ihren Fuss ruckartig zusammenziehen und sich so ruckartig fortbewegen.

Im Video ist eine Fechterschnecke der Art Strombus alatus zu sehen, die vor einer Tulpenschnecke, einem echten Fleischfresser, flieht.

Forscher vom «ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies» warnen aber jetzt: Die Springschnecken könnten in nicht allzu ferner Zukunft ihre Sprungfähigkeit verlieren. Grund dafür ist der ansteigende Kohlendioxidgehalt in den Meeren.

Eine Fechterschnecke «Strombus alatus».
Bild: LA Dawson/wikimedia.org/CC-BY-SA

Blockierter Neurotransmitter
Das Team unter Sue-Ann Watson hat mit einer Flügelschnecke der Art Gibberulus gibbosus Experimente durchgeführt, in denen die voraussichtliche Wasserqualität zum Ende dieses Jahrhunderts simuliert wurde. Der erhöhte Kohlendioxid-Anteil sowie der höhere Säuregehalt des Wassers blockiert einen Neurotransmitter im Nervensystem der Schnecke und sorgt dadurch für kraftlosere, oder gar ausbleibende, Sprünge.

«Verändertes Verhalten zwischen Räubern und Beute können die Nahrungskette in den Ozeanen durcheinanderbringen», schreibt Watson in der Studie, die im Fachjournal «Proceedings» der Royal Society veröffentlicht wurde. Dies könnte auch für die Menschheit folgen haben, denn irgendwo in dieser Nahrungskette tauchen auch die Fische auf, die auf unseren Tellern landen.

Laut den Autoren der Studie beginnt nun ein Wettlauf – oder ein Wetthüpfen – gegen die Zeit. Die Frage lautet: Können die Meeresbewohner sich schnell genug an die sich verändernden Bedingungen in den Ozeanen anpassen oder droht ihnen der Untergang?

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