Bereits die ersten Sequenzen bestürzen: Wasserströmungen, die Menschen und Häuser mitreissen wie Blätter im Wind. Passend dazu kommentiert eine Stimme aus dem Off: «Die gewaltigen Wellen der Weltmeere – eine der grössten Bedrohungen unseres Planeten.» Trotz des betont dramatischen Beginns bestätigt sich der Eindruck der Effekthascherei zumindest nicht dauerhaft. Zwar verleihen Begriffe wie «Monsterwellen» der Dokumentation einen boulevardesken Anstrich, doch wiegen verständliche und anschauliche Erklärungen dies wieder auf.
«Unterwasserwelten – Gefahren der Ozeane» stellt auf drei DVDs spannende Fakten vor zu den Themen Druck, Strömungen, Wellen und gefährliche Meerestiere. Interessant sind vor allem die Beiträge über den Humboldt-Kalmar, das Leistenkrokodil und die Würfelqualle. Der Zuschauer erfährt beispielsweise, dass die Humboldt-Kalmare sich rasant über die Weltmeere ausbreiten, Leistenkrokodile sich über 1000 Kilometer weg vom Land auf hohe See entfernen und die Nesselgifte der Würfelquallen zu den stärksten im Tierreich gehören.
«Unterwasserwelten» kann zwar nicht ganz mit Erfolgsdokumentationen wie «Planet Erde» und «Unser blauer Planet» mithalten, bietet aber lohnenswerte Einblicke in die vielseitige Welt der Ozeane. Historische Rückblicke, Kommentare von Wissenschaftlern und teilweise hervorragende Animationen sowie bemerkenswerte Aufnahmen runden das Werk ab. So bleiben als einzige Wermutstropfen immer wiederkehrende, reisserische Formulierungen, zum Beispiel über Orcas oder Weisse Haie. Über sie und andere Räuber heisst es etwa: «Die Jäger der Tiefe sind bereit und willens auch gegen Menschen zuzuschlagen.»
«Unterwasserwelten – Gefahren der Ozeane», Dokumentation, ca. 200 Min. plus 78 Min. Bonus, Vertrieb: Polyband, EAN: 4-006448-610173, ca. Fr. 21.–

