Diese Zooübung ist ein wahres Affentheater

Was aussieht wie ein Sketch des Komikers Rémi Gaillard, ist die Probe für den Ernstfall: Ein Zoo in Tokyo übt, was zu tun ist, wenn ein Gorilla ausbricht. Tatsächlich sind Gorillas so stark, dass selbst ihre Liebesbekundungen gefährlich sind.

Japan liegt bekanntlich in einer Erdbebenzone. Durchaus möglich, dass also irgendwann eine Naturkatastrophe das Affengehege im Zoo von Tokyo beschädigt und ein Zweizentnergorilla durch die Gegend rennt. Die Mitarbeiter des Zoos sind nun darauf vorbereiten, sie haben die Situation schon mal durchgespielt, wie im Video zu sehen ist. Zu bemerken wäre da höchstens noch, dass ein echter Gorilla etwas kräftiger ist als der verkleidete Zoomitarbeiter ist sich möglicherweise auch anders verhält.

Der Flirt mit Bokito war eine denkbar schlechte Idee.
Foto: Maarten Visser / cc-by-sa

Ein Ernstfall dieser Art hatte sich vor zwei Jahren im Zoo von Buffalo in den USA begeben. Vermutlich weil ein Mitarbeiter die Tür nicht richtig geschlossen hatte, konnte der 180 Kilogramm schwere Gorilla Kogo in einen Bereich gelangen, wo sich zwar keine Besucher, aber Personal des Zoos aufhielt. Prompt traf er dort seine Pflegerin. Beim Versuch, seine Zuneigung auszudrücken, biss er sie in die Hand und in die Wade. Eine Spezialeinheit der Polizei wurde gerufen, doch schlussendlich musste ein Tierarzt Kogo mit dem Blasrohr betäuben.

Intensive Blicke kamen schlecht an
Dass Liebe zwischen Menschenfrauen und Gorillamännchen nicht gut geht, musste einige Jahre zuvor bereits der Zoo in Rotterdam erfahren. Dort war es allerdings nicht das Tier, sondern die Frau, die etwas zu aufdringlich gewesen war. Die 57-jährige habe den Zoo fast täglich besucht und entgegen dem Rat des Personals Blickkontakt zum Gorilla Bokito aufgenommen. Dieser emfpand das vermutlich als Bedrohung – er sprang über den vier Meter breiten Wassergraben, biss die Frau über hundert Mal und verletzte drei weitere Besucher. Und es war nicht mal der erste Ausbruch Bokitos. 2004 – er lebte damals noch in Berlin – hatte er eine drei Meter hohe Wand überklettert, konnte aber ohne Probleme zurück ins Gehege gebracht werden.

Bleibt zu hoffen, dass es in Tokyo nie zum Ernstfall kommt. Das Video der Übung wirkt jedenfalls eher lustig und erinnert an den Klamauk des Franzosen Rémi Gaillard. Dieser treibt gerne als Tier verkleidet sein Unwesen und hat damit riesigen Erfolg: Im März ist Kinostart für einen Film mit seinen Streichen, die in den vergangenen Jahren als bereits in Internetvideos Furore machten.

[EXT 1]

Weiterlesen