Das dreijährige Leopardenweibchen war bei der nächtlichen Beutesuche in den Brunnen im Dorf Pimpalgaon Siddhanath im indischen Bundesstaat Maharashtra gefallen. Ein Bauer hörte am Morgen das verzweifelte Brüllen des Tiers und rief die Tierschützer von Wildlife SOS zu Hilfe.
«Der Leopard war in Panik und musste umgehend gerettet werden», sagt Ajay Deshmukh, leitender Tierarzt bei Wildlife SOS zu der Zeitung «Indian Express». Und so handelten Deshmukh und seine zwei mitgereisten Kollegen schnell: Erst liessen sie ein eilends zusammengebundenes Holzbündel in den 18 Meter tiefen Brunnen hinunter, an dem sich die erschöpfte Leopardin festhalten konnte. Mit tatkräftiger Hilfe von rund einem Duzend herbeigeeilter Dorfbewohner folgte dann eine Metallkiste, vor der das Tier erst Angst hatte, schliesslich aber hinein kletterte und sich darin hochziehen liess.
Leopardin wieder frei
«Es ist toll, dass so viele Leute einem Leoparden in Not geholfen haben», freut sich Wildlife SOS-Chefin Nikki Sharp in einer Medienmitteilung. «Raubtiere werden oft erschossen, vergiftet oder gar verbrannt. Wir haben in dieser Gegend viel dafür getan, um bei der Bevölkerung ein Bewusstsein für Wildtiere zu schaffen und hoffen, dass sich das jetzt auszahlt.»
Für die auf Abwege geratene Leopardin gab es ein Happy End. Sie wurde bei ihrem Sturz in den Brunnen nicht verletzt und durfte wieder in die Freiheit zurück. Tierarzt Ajay Deshkmukh: «Nachdem wir sie gründlich untersucht hatten, kamen wir zu dem Schluss, dass sie gesund ist und entlassen werden konnte.»

