Das bereits im Mai 2016 von der indonesischen Tierschutzorganisation Scorpion Wildlife Trade Monitoring hochgeladene Video zeigten Malaienbären im Betongehege des privaten Tierparks in Bandung (Westjava), die sich nach Essen reckten, das Besucher ihnen zuwarfen. Die Bären wirkten dünn und hungrig.
Das Video macht im Internet viral die Runde, seitdem englische Medien vor einigen Tagen darüber berichtet haben. Eine Petition von Scorpion Wildlife gegen die unzumutbare Haltung hat in einer Woche bis Donnerstag schon Tausende Unterzeichner gefunden. Viele Unterstützer forderten die Schliessung der Anlage.
Der Betreiber wehrte sich gegen den Vorwurf, die Bären hungern zu lassen. «Nur weil sie dünn sind, heisst es nicht, dass sie krank oder unzureichend gefüttert sind», sagte ein Parksprecher.
«Blamage für die Stadt»
Nicht auszuschliessen ist, dass die Bären einfach gelernt haben, dass ihr Bettelverhalten dazu führt, dass sie von den Besuchern zusätzlich gefüttert werden. Am 10. Januar hat Scorpion Wildlife ein neues Video hochgeladen, das dasselbe Spiel zeigt: Die Bären recken sich nach Essen, die Besucher werfen es ihnen zu. Die Bären schauen gesünder aus als im ersten Video.
Dass es allerdings erlaubt oder zumindest toleriert zu sein scheint, dass die Besucher die Tiere füttern, ist ihrer Gesundheit sicher nicht förderlich. Ausserdem ist die Anlage dreckig, das Wasser schmutzig und es liegt Abfall herum, den die Leute ebenfalls hineinzuwerfen scheinen.
Das Video vom Januar 2017 zeigt, dass die Bären immer noch von den Besuchern gefüttert werden:
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Bandungs Bürgermeister Ridwan Kamil sprach angesichts des Aufruhrs um die Bären von einem «Problem, das unsere Stadt blamiert hat». Gegen den Park könne er selbst nicht vorgehen, habe sich aber beim Umweltministerium, das für alle Zoos in Indonesien zuständig sie bereits letztes Jahr beschwert. Damals war der Zoo Bandung in die Kritik geraten, nachdem dort ein kranker Sumatra-Elefant nicht ärztlich behandelt worden und gestorben war.

