Erstmals mehr als 6000 Knospe-Betriebe

Während andere Segmente der Schweizer Wirtschaft unter dem Einkauftourismus gelitten haben, konnte die Biobranche weiter zulegen. Sowohl die Anzahl Betriebe und die Nutzfläche als auch der Umsatz sind gestiegen.

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist ungebrochen. Bio Suisse konnte Anfang April – wie in den Vorjahren auch – Wachstumszahlen präsentieren. Der Umsatz mit Bio-Produkten nahm 2015 um 5,2 Prozent auf 2,323 Milliarden Franken zu. Der Marktanteil erreichte mit 7,7 Prozent einen Rekordwert.

Die beliebtesten Bio-Lebensmittel sind Eier, Brot und Gemüse. Die Anzahl Bio-Betriebe nahm um 1,5 Prozent auf 6480 zu. Davon wirtschafteten 6031 Betriebe nach Bio-Suisse-Richtlinien, so viele wie noch nie. In der Westschweiz nahm die Anzahl Bio-Betriebe überproportional zu. Die Bio-Fläche wuchs im letzten Jahr insgesamt um 4000 auf 137'000 Hektaren. Das entspricht fast 13 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Keine typischen Einkaufstouristen
Jürg Schenkel, Marketing-Chef bei Bio Suisse, sprach angesichts von Frankenstärke und Einkaufstourismus von einer «starken Entwicklung» im letzten Jahr. Biokonsumenten seien keine typischen Einkaufstouristen, weil sie ökologische Aspekte stärker gewichten würden als ökonomische, so Schenkel. Zudem sei die Knospe eine Marke, die bei Konsumenten bekannt und verankert sei.

Für Wachstum haben vor allem die Grossverteiler gesorgt. Der Detailhändler Coop konnte den Bio-Umsatz um 1,8 Prozent auf rund eine Milliarde Franken steigern und damit seine Position als Leader im Bio-Markt festigen, der Marktanteil liegt bei 44,9 Prozent. Die Migros legte ebenfalls zu, um 12,4 Prozent auf 681 Millionen Franken. Der Fachhandel profitierte allerdings nicht vom Bio-Boom, der Umsatz stagnierte bei 279 Millionen Franken.

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