Grösseres Gehirn gähnt länger

Wer mehr Neuronen in der Grosshirnrinde hat, gähnt länger. Dies haben Forscher beim Studieren von Youtube-Videos herausgefunden.

Wie das Forscherteam um Andrew Gallup von der State University of New York in seiner am Dienstag in den «Biology Letters» der britischen Royal Societey veröffentlichten Studie schreibt, dient Gähnen vermutlich dazu, das Gehirn abzukühlen und die Blutzirkulation in selbigen anzuregen. Dies, um das Gehirn wieder anzuregen.

Daher, so vermuteten die Forscher, müssen Tiere mit einem grösseren Gehirn auch länger gähnen. Diese Hypothese testeten sie – indem sie sich haufenweise Youtube-Videos von gähnenden Tieren anschauten. 205 Gähner von 117 Tieren aus 24 taxonomischen Gruppen wurden ausgewertet.

Mensch gähnt am längsten
So scheint es laut den Wissenschaftlern tatsächlich so zu sein, dass Tiere, die mehr Neuronen – oder Nervenzellen – in der Grosshirnrinde besitzen auch tatsächlich länger gähnen.

Primaten gähnen demnach am länger als alle anderen Säugetiere, allen voran der Mensch mit seinen zwölf Milliarden Neuronen. Unsere Spezies gähnt sechs bis sieben Sekunden lang. Elefanten haben elf Milliarden Neuronen. Sie gähnen eine halbe Sekunde weniger lang als Menschen. Am wenigsten lang gähnen Maus, Ratte und Kaninchen. Schädelform oder Grösse haben nichts mit der Gähndauer zu tun, halten die Forscher zudem fest.

Ob man die Resultate dieser Forschung nun für weltbewegend hält oder nicht – das Ausgangsmaterial für die Studie ist jedenfalls ziemlich herzig. Deshalb wollen wir Ihnen das auch nicht vorenthalten und zeigen Ihnen oben eine in der Studie verwendete Zusammenstellung von Tieren und ihren Gähnern – hoffentlich sind sie nicht ansteckend.

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