Stellenleiterin Rosmarie Kiener sagte am Donnerstag auf Anfrage, sie könne auf etwa 30 Freiwillige zählen. Doch brauchen könnte sie hundert bis zweihundert Personen. Auch Schulklassen fehlten, sagte die Projektleiterin Natur und Ökologie bei Stadtgrün Bern.
Kiener machte diese Aussagen im Zusammenhang mit einem Point de Presse, welchen die Stadt Bern am Donnerstag in der Eymatt gegenüber von Hinterkappelen durchführte. An diesem Pressetermin am Ufer der Aare wollte die Stadt Bern Medienschaffenden zeigen, dass es wirkt, wenn Freiwillige immer wieder gegen die invasiven Neophyten vorgehen.
Laut einer Mitteilung der städtischen Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS) hat die Stadt von Mai bis Oktober 2016 an sechs Standorten getestet, ob es erfolgreich ist, den Japanknöterich regelmässig zu entfernen und heimische Sträucher auf die Flächen zu pflanzen. Zu diesen Standorten gehört das Gelände in der Eymatt.
«Die erste Bilanz zeigt, dass das Vorgehen wirksam ist – die nachwachsenden Triebe müssen jedoch laufend entfernt werden, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen», bilanziert die Direktion TVS.
Im Einsatz gegen den Japanischen Knöterich – er kann beispielsweise an Flussufern Verbauungen sprengen und verhindert im Wald stellenweise das Aufkommen von Jungwald – standen ausser Freiwillige auch Zivildienstleistende.
Teil einer ganzen Strategie
Der Aufbau der neuen Koordinationsstelle für die Bekämpfung von invasiven Neophyten ist Teil einer ganzen Strategie, welche sich die Stadt Bern zur Bekämpfung der problematischen Pflanzen gegeben hat. Sie hat beispielsweise auch die Information verstärkt. Ziel der Stadt Bern ist insbesondere, dass Freiwillige eine Art Patenschaft für von invasiven Neophyten befallene Flächen übernehmen. Sie sorgen dann auf diesen Flächen dafür, dass die problematischen, gebietsfremden Pflanzen dort nicht mehr auftauchen.
Zivildienstleistende erfassten 2015 auf dem gesamten Stadtgebiet alle 12'817 Neophytenbestände. Am häufigsten ist der Kirschloorber, gefolgt von der Goldrute und dem einjährigen Berufskraut.
Als besonders problematisch bezeichneten Fachleute vor einem Jahr etwa das schmalblättrige Geiskraut, das giftig ist und zum Tod von Bienen führen kann. Bereits sehr bekannt ist, dass die Ambrosia-Pflanze, ebenfalls ein invasiver Neophyt, Pollen hat, die Allergien auslösen können.
In dem vom Berner Gemeinderat 2012 genehmigten Biodiversitätskonzept steht, dass invasive Neophyten einzudämmen sind. Dies nicht zuletzt, um Berns Flora und Fauna vielfältig zu erhalten.

