Jäger sind grosse Naturschützer

Jäger haben oft einen schlechten Ruf bei Tier- und Naturfreunden. Doch eine Studie aus den USA zeigt: Wer jagt, setzt sich viel stärker für den Naturschutz ein als der Durchschnittsbürger.

Was bringt Menschen dazu, sich für den Naturschutz einzusetzen? Diese Frage haben kürzlich Forscher der Cornell Universität in New York untersucht. Ihre einfache - und etwas überraschende - Antwort: Vögel beobachten und jagen.

Die Wissenschaftler befragten für ihre im Fachmagazin Journal of Wildlife Management publizierte Studie Bewohner in eher ländlichen Gebieten des US-Staates New York. Es stellte sich heraus, dass Menschen, die sich oft in der Natur bewegen, viel empfänglicher sind für Naturschutzanliegen als Menschen, die weniger Erholung suchen im Grünen.

Naturschutz dank Jägern
So weit, so wenig überraschend. Als die Forscher aber untersuchten, welchen Aktivitäten die Naturschutzbegeisterten im Freien nachgingen, staunten sie. Nicht nur Naturfreunde wie Vogelbeobachter setzen sich stark für den Naturschutz ein, sondern auch Jäger.

Diese beiden Gruppen unterstützten Naturschutzorganisationen etwa doppelt so häufig wie Nicht-Erholungssuchende. Sie halfen drei bis vier Mal so oft bei Habitatsaufwertungen mit. Und sie standen deutlich häufiger in öffentlichen Diskussionen und in Abstimmungen für Schutzbemühungen ein.

«Es scheint, dass die Ansichten und das Verhalten von Ornithologen und Jägern in Umweltfragen viel näher beisammen liegen als oft vermutet», schreiben die Forscher. Naturschutzorganisationen, so folgern die Wissenschaftler, würden also gut daran tun, mit Ornithologen und Jägern zusammenzuarbeiten.

Natur nutzen, Natur schützen
In der Schweiz arbeite die Jägerschaft selbstverständlich punktuell mit Naturschutzorganisationen zusammen, sagt David Clavadetscher, Geschäftsführer des Verbandes Jagd Schweiz. Um Wildtierbrücken zu realisieren, gebe es zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit Pro Natura, zum Anlegen von Wildhecken eine mit dem Schweizer Vogelschutz/Birdlife.

Die Jäger mit Umweltschützern gleichzusetzen, würde laut Clavadetscher aber zu weit gehen. Jäger, sagt er, seien wohl eher Naturschützer, die mit einem hohen Verständnis für die Natur diese auch nutzten.

Insgesamt sei es sicher so, dass Jäger naturverbundene Menschen seien – und natürlich auch ein Interesse daran hätten, die Natur zu erhalten. Das passt zur Quintessenz der Studie: Je mehr Zeit wir in der Natur verbringen, schreiben die Forscher, desto eher schützen wir sie.

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