Kanton Bern will mit Waldbesitzern arbeiten

Der Kanton Bern sucht Waldbesitzer, die bereit sind, gegen eine Entschädigung für mindestens 50 Jahre komplett auf eine Bewirtschaftung zu verzichten. Dies soll die Biodiversität fördern.

Bis 2030 sollen fünf Prozent der Waldfläche als «Totalwaldreservate» gesichert werden. Weil die bisherige Suche von Reservaten von behördlicher Seite aufwendig und wenig erfolgreich war, hat sich der Kanton Bern nun für eine Umkehrung des Verfahrens entschieden, wie er am Donnerstag mitteilte.

Mit einer Ausschreibung werden die Waldbesitzer aufgefordert, entsprechende Angebote einzureichen. Im Rahmen ihrer Offerte sollen die Waldbesitzer selber angeben, welche Entschädigung sie erwarten. Mit diesem «innovativen» Ansatz erhoffen sich die Behörden «mehr Markt statt staatlicher Planung».

Laut Mitteilung des Kantons begrüssen die Berner Waldbesitzer dieses Vorgehen. «Dieser neue Ansatz fördert die Eigenverantwortung und trägt zur unternehmerischen Weiterentwicklung der Waldwirtschaft bei», wird Beat Zaugg, Vize-Präsident der Berner Waldbesitzer, im Communiqué zitiert.

Mindestens 20 Hektaren
Die minimale Fläche für ein Angebot beträgt 20 Hektaren. Zudem soll der Waldbestand bereits heute mindestens zur Hälfte naturnahen Verhältnissen entsprechen. Die Zahlungsbereitschaft des Kantons hängt unter anderem vom ökologischen Wert und der Lage der Waldfläche ab.

Laut Mitteilung werden die Massnahmen zur «Waldbiodiversität» massgeblich vom Bund mitfinanziert. «Totalwaldreservate» gelten als wichtige Massnahme für die biologische Vielfalt. Statt gefällt zu werden, zerfallen die Bäume altersbedingt und bieten wiederum Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

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