Am Anfang war der Wolf. Er wurde verehrt, gefürchtet – und verspiesen. Zu Beginn der letzten Eiszeit setzte so etwas wie eine Domestikation des Wolfes ein, die ihn später vom Nutztier zum Haustier verwandeln sollten. Doch das brauchte seine Zeit.
Der Archäologe Dr. Peter Knötzele hat mit «Der Hund ist des Thrones wert» eine Kulturgeschichte des Hundes geschrieben, die den Leser in grauer Vorzeit abholt und ihn im Mittelalter sanft wieder absetzt. In dieser Zeit passiert aber viel Wissenswertes rund um Mensch und Hund.
Der «Hundegräber»
Interessant wird das Buch durch den etwas anderen Ansatz, den der Autor wählt, um einer bunt durchmischten Leserschaft aus Laien und Experten seine Forschung näherzubringen. Er nahm an zahlreichen Ausgrabungen, unter anderem im Libanon und in Syrien teil und teilt seine Funde und sein Wissen nun auf leicht verdauliche Weise mit seinem Publikum.
In kleinen Happen gewährt er Einsicht in seine Erkenntnisse, erklärt anhand von Knochenfunden, dass der durchschnittliche Hund in der Spätantike grösser war als bei den Pfahlbauern der «La-Tène»-Zeit oder zeigt eine Hundepfeife aus dem ersten Jahrhundert. Was ganz schön wissenschaftlich klingt, ist sauber und verständlich aufbereitet für ein nicht-sachkundiges Publikum, aber dennoch anspruchsvoll genug für Leser, die sich mit Hunden auskennen.
Peter Knötzele: «Der Hund ist des Thrones wert. Kulturgeschichte des Hundes – von den Anfängen durch die Antike bis ins Mittelalter», gebunden, 108 Seiten, Verlag: Oertel & Spörer, ISBN: 978-3-886-27837-4, ca. Fr. 29.-

