Neues Meereschutzgebiet im Nordatlantik ist ein Paradies für Seevögel
In Kürze wird im Nordatlantik ein neues Meeresschutzgebiet in der Grösse Frankreichs ausgewiesen. Es befindet sich in der Hochsee – und ist ein Hotspot für Seevögel.
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msi
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Für Dreizehenmöwen ist das NACES-Gebiet ein wichtiger Zufluchtsort.
(Bild: Agami Photo Agency/Shutterstock.com)
Für Dreizehenmöwen ist das NACES-Gebiet ein wichtiger Zufluchtsort.
(Bild: Agami Photo Agency/Shutterstock.com)
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2,9 bis 5 Millionen nutzen es jährlich, schätzt die Vogelschutzorganisation BirdLife International. Aus 56 Kolonien rund um den Nord- und Südatlantik kommen sie angeflogen. Die Rede ist von ziehenden Seevögeln, die in diesem Meeresabschnitt im Nordatlantik ausgezeichnete Futtergründe vorzufinden scheinen. Das Hochseegebiet ist in etwa so gross wie Frankreich und trägt den Namen NACES («North Atlantic Current and Evlanov Seamount»). Es soll demnächst den Status eines Schutzgebietes erhalten. Darauf haben sich die EU und 15 weitere Regierungen geeignet.
Entdeckt wurde NACES durch eine von BirdLife geleitete, internationale Forschungszusammenarbeit. Insgesamt wurden die Bewegungen und Häufigkeiten von 21 Arten von Seevögeln aufgezeichnet und nachverfolgt. Dabei stellten die Forschenden fest, dass sich eine riesige Menge von ihnen jeweils an dieser einen Stelle einfindet. Es handle um eine der wichtigsten Seevögel-Ansammlungen des Atlantik und die erste jemals in dieser Grössenordnung entdeckte auf in der Hochsee, teilt BirdLife mit. Ausserdem sei es das erste Mal, dass ein Meeresschutzgebiet aufgrund von Senderdaten ausgewiesen werde.
Tausende Papageitaucher kommen jedes Jahr auf die Insel Skomer in der Grafschaft Pembrokeshire in Wales zurück, um zu brüten. (Bild: )
Die lustigen Alkenvögel kann man dort aus nächster Nähe beobachten. (Bild: )
Bei schlechtem Wetter fliegen sie nicht weit aus – und halten sich nur eine Armlänge entfernt vom Weg auf. (Bild: )
Auch Kegelrobben sind auf Skomer Island zuhause. Sie kriegen ihre Jungen allerdings erst im Herbst. (Bild: )
Wildkaninchen wurden im Mittelalter wegen ihres Fleisches und Fells auf Skomer angesiedelt. Heute haben Papageitaucher und Atlantiksturmtaucher hier dank ihnen die Möglichkeit, zu brüten. Beide Vogelarten brüten in verlassenen Kaninchenhöhlen. (Bild: )
Der Atlantiksturmtaucher kann so gut und wendig fliegen, dass er dafür an Land fast nicht mehr laufen kann. Deshalb muss er am Abend aus seinem Kaninchenloch kriechen und so schnell wie möglich davon fliegen, damit er nicht von den Mantelmöven gefressen wird, die vor dem Loch warten. (Bild: )
Riesige Kolonien von Tordalken (links) und Trottellummen (rechts) kommen ebenfalls zur Brutzeit nach Skomer Island. (Bild: )
Trottellummen beim Brüten: Diese Vögel bauen keine Nester, sondern legend ihre Eier direkt auf den Felsen. (Bild: )
Die Tordalken handhaben es ebenso. (Bild: )
In der Grafschaft Pembrokeshire findet man wunderschöne Küstenlandschaften. (Bild: )
Auf einem Wanderweg kann man der gesamten Küste entlang laufen. (Bild: )
Mit etwas Glück begegnet man unterwegs einer seltenen Alpenkrähe: Nur noch 450 Paare brüten in Grossbritannien, in der Schweiz sind es laut Vogelwarte nur noch 60 bis 70 Paare und die Art gilt in der Schweiz als stark gefährdet. (Bild: )
Unverwechselbar ist der Austernfischer mit seinem schwarz-weissen Gefieder und dem langen, roten Schnabel. Hier bewacht einer sein Ei. (Bild: )
Auch Kormorane gibt es in Pembrokeshire. (Bild: )
Blick auf die Ortschaft Fishguard. (Bild: )
Diese Boote beim Dorf Solva warten, bis die Flut kommt. (Bild: )
Schöne Sonnenuntergänge gibt es auch in Wales, hier in Broad Haven. (Bild: )
Eine Familie von Kanadagänsen tut sich am Strand an den angeschwemmten Algen gütlich. (Bild: )
Was wäre Wales ohne Schafe? (Bild: )
Wer auf dem Küstenpfad wandert, kann haufenweise Schwarzkehlchen beobachten. In der Schweiz gilt der kleine Vogel als potentiell gefährdet. (Bild: )
Auch wenn das Wetter mal nicht so toll ist, ist es in Pembrokeshire (hier bei Poppit Sands) immer noch schön. (Bild: )
Das pittoreske Städtchen Tenby sieht aus, wie in einen Farbtopf gefallen. (Bild: )
Wie BirdLife weiter schreibt, seien die Seevögelpopulation weltweit in den letzten 70 Jahren um 50 Prozent zurückgegangen. Das NACES-Gebiet sei überlebenswichtig für fünf teilweise stark gefährdete Arten: den Bermuda-Sturmvogel, den Madeira-Sturmvogel, den Deserta-Sturmvogel, den Papageitaucher und die Dreizehenmöwe. Letztere ist – wenn sie sich nicht grad im NACES-Gebiet den Bauch mit Fischen vollschlägt – während der Zugzeit und als Wintergast auch ab und an in der Schweiz zu beobachten.