Schimpansen werfen Steine gegen Bäume

Forscher haben bei Schimpansen eine bisher völlig unbekannte Verhaltensweise entdeckt. In einigen Gegenden Westafrikas häufen die Affen Steine an und werfen diese immer wieder gegen Bäume.

Im Gegensatz zu anderer Werkzeugnutzung hängt dieses Verhalten der Schimpansen nicht mit der Nahrungssuche zusammen, schreiben die Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachjournal «Scientific Reports».

Warum die Affen zu den Steinen greifen, sei noch unklar. Denkbar sei, dass es eine Abwandlung des von allen Schimpansen-Populationen bekannten Trommelns mit Händen und Füssen gegen Baumwurzeln sei, sagte Wissenschaftler Hjalmar Kühl. Das diene der Kommunikation und sei zudem ein typisches Verhalten erwachsener männlicher Schimpansen - sie wollten damit zeigen, wer sie sind.

Rätselhafte Steinhaufen unter Bäumen sind das Werk
von Schimpansen.

Bild: MPI-EVA PanAf/Chimbo Foundation

Ähnlich zu rituellen Stätten
Auffällig sei ausserdem die Ähnlichkeit der Steinhaufen zu von Menschen geschaffenen rituellen Stätten. "Man könnte hier nach Parallelen fragen", sagte Kühl. In jedem Fall seien noch weitere Forschungen nötig, um das Verhalten der Affen zu enträtseln. Es wurde etwa in Liberia und Guinea beobachtet.

Die Steinwürfe wurden im Rahmen Pan-African-Programms gefilmt, das die MPI-Forscher seit 2010 betreiben. Es unterscheidet sich von anderen, seit Jahrzehnten laufenden Langzeitbeobachtungen einzelner Schimpansen-Populationen. In dem Programm erheben die Forscher laut Kühl ein Jahr lang standardisiert Daten und vergleichen sie miteinander. An 40 Orten soll bis 2018 so geforscht werden.

Aus der Forschung über unsere nächsten lebenden Verwandten erhoffen sich die Wissenschaftler auch Erkenntnisse darüber, wie sich beim Menschen Verhaltensunterschiede herausgebildet haben.

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