Von den 270'000 Tonnen Sojaschrot, die im vergangenen Jahr als Tierfutter in die Schweiz importiert wurden, sind 99 Prozent «nach einem verantwortungsbewussten Standard» produziert worden. Dies teilt das «Soja Netzwerk Schweiz» mit. Noch zehn Jahre zuvor habe erst ein Prozent des Futtersojas aus verantwortungsvollem Anbau gestammt.
Zu den Bedingungen gehört, dass keine Primärwaldflächen gerodet sowie Boden und Wasser geschützt werden. Schädliche Pflanzenschutz- und Düngemittel müssen minimiert werden. Das Soja muss auch nach sozialen Kriterien produziert werden: Es gelten Arbeitsrechte, Kinderarbeit ist verboten, die Arbeitsbedingungen müssen fair sein und die Landrechte respektiert werden. Zudem muss das Soja gentechfrei sein.
Pionierrolle für die Schweiz
Im weltweiten Vergleich ist die Schweiz allerdings eine unbedeutende Sojaverbraucherin. Ihr Anteil am globalen Verbrauch liegt bei 0,1 Prozent. Sehr gering ist die inländische Produktion, der Anteil an der Weltproduktion beträgt 0,001 Prozent. Das «Soja Netzwerk», dem unter anderem Coop, Aldi, Bio Suisse, die Fenaco, Migros, der Schweizerische Bauernverband, aber auch Suisseporcs, die Milchproduzenten und der WWF angehören, bezeichnet die Schweiz trotzdem als «Wegbereiterin für eine nachhaltigere Sojaproduktion». So haben etwa Coop und WWF 2004 die sogenannten «Basler Kriterien» für einen nachhaltigen Sojaanbau definiert.
Das Netzwerk selbst wandelte sich 2011 vom losen Verbund zu einem Verein mit dem Ziel, bis ins Jahr 2014 mindestens 90 Prozent der Soja-Importe aus verantwortungsbewussten Quellen zu beschaffen. Dies gelang nicht in der vorgesehenen Frist, aber 2015 lag die Quote dann mit 94 Prozent bereits deutlich höher. Das Soja Netzwerk erklärt den Erfolg damit, dass massgeblichen Labelprogramme wie Bio Suisse, Coop Naturafarm, IP-SUISSE, Optigal und QM Schweizer Fleisch verbindliche Vorgaben für Soja in ihren Fütterungsrichtlinien verankert haben.
Gentech-Soja ist der Normalfall
2014 wurden weltweit über 312 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet, 80 Prozent davon in den USA, Brasilien und Argentinien. Problematisch ist, dass für den Anbau oft Wälder abgeholzt werden, der Boden ausgelaugt und Wasser verschmutzt wird. Auch führt die Ausdehnung des Sojaanbaus zu gesellschaftlichen Konflikten, wenn Land- und Arbeitsrechte missachtet werden. Die Folge ist oft Landflucht.
Zudem sind gemäss dem Soja Netzwerk schätzungsweise 82 Prozent des weltweit angebauten Soja gentechnisch verändert – Tendenz zunehmend. In den USA und in Argentinien wird zu 94 respektive 100 Prozent gentechnisch veränderte Soja angebaut. Nur Brasilien produziere eine «namhafte Menge» an gentechfreier Soja.

