Auf dem Angstbarometer 2013 stehen die Umweltthemen immer noch ganz oben, allen voran der Klimawandel und die Luftverschmutzung. Sie verursachen der Bevölkerung mehr Kopfzerbrechen als die Angst vor Unfällen und Krankheiten oder vor Einwanderung und kulturellem Identitätsverlust. Die repräsentative Univox-Umwelt-Umfrage, die das Markt- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich im Auftrag der Aduno Gruppe und des WWF realisiert hat, zeigt aber, dass Schweizer weniger für den Umweltschutz ausgeben wollen.
Die meistgenannten Hinderungsgründe für ein umweltfreundliches Verhalten sind Bequemlichkeit, die Kosten und der Mangel an Alternativen. Ebenfalls mit ein Grund für das abnehmende Interesse an Umweltthemen dürfte sein, dass im Jahr 2013 grosse Umweltkatastrophen ausgeblieben sind. Die Erklärung von gfs-zürich Studienleiter Andreas Schaub: «Die Umwelt ist im Moment kein Thema. Nur wenige Menschen denken ohne akute Gefährdung über einen längeren Zeithorizont hinaus an Umweltthemen.»
|
Alles im Minus Die neun beliebtesten Umwelthandlungen gemäss Univox-Befragung 2013:
|
Interesse auf unter 50 Prozent gesunken
Weniger Fleisch essen, bei neuen Elektrogeräten auf den Stromverbrauch achten oder beim Kauf von Lebensmitteln deren Herkunft prüfen: All das ist Schweizerinnen und Schweizern nicht mehr so wichtig wie vor einem Jahr. Ihr Umweltverhalten nahm im Schnitt um 6 auf 45 Prozent ab. Auch insgesamt ist das Umweltbewusstsein markant gesunken: zwischen 2012 und 2013 um satte 9 auf 49 Prozent.
Wer sich aber umweltbewusst verhält, der tut dies vor allem aus zwei Gründen: Erstens wegen seiner Liebe zur Natur (87 Prozent) und zweitens aus Sorge um die nächste Generation (80 Prozent). Das dürfte, schreibt der WWF in einer Medienmitteilung von Dienstag, auch der Grund sein, weshalb Frauen alle Massnahmen, die ein umweltgerechtes Verhalten fördern, höher bewerten als Männer.

