Wie die Kraftwerke Zervreila AG am Mittwoch mitteilte, lehnte das Gericht die Beschwerde von Umweltorganisationen und Fischern gegen einen Ausbau der Wasserkraft in der Talschaft Lugnez «in allen Punkten» ab. Im November 2013 hatten der WWF, Pro Natura, der Bund für Naturschutz, die Greina Stiftung und der Fischereiverband gegen die Konzessionserteilung Beschwerde erhoben.
Über Einzelheiten des Gerichtsurteils konnte der Projektverantwortliche bei den Kraftwerken auf Anfrage am Mittwoch noch keine Auskunft geben. Die Urteilsbegründung, die 85 Seiten umfasst, müsse zuerst eingehend analysiert werden, sagte Ueli Bleiker.
Der WWF war am Mittwoch noch gar nicht im Besitz des Gerichtsurteils. Anita Mazzetta, Geschäftsführerin des WWF Graubünden, stellte aber auf Anfrage klar: «Wenn wir eine Chance sehen, dann werden wir diesen Fall ans Bundesgericht weiterziehen.» Dazu haben die Beschwerdeführer einen Monat Zeit.
Fische haben zu wenig Wasser
Das Vorhaben der Zervreila Kraftwerke ist eines der aktuell grössten Kraftwerkprojekte im Kanton Graubünden mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Franken. Geplant ist, im hinteren Lugnez weiteres Wasser zu fassen und es über einen 13 Kilometer langen Stollen ins Ausgleichsbecken bei Zervreila oberhalb von Vals zu leiten. 32 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr würden neu gefasst und in bestehenden Anlagen im Safiental und in Rothenbrunnen im Hinterrheintal verstromt. Dem natürlichen Kreislauf zurückgegeben würde das Wasser beim Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bei Reichenau.
Die Umweltverbände und Fischer hatten vor allem moniert, das Projekt sehe zu wenig Restwassermengen vor, namentlich in Wasserläufen wie dem Glenner oder in der Vorderrheinschlucht, wo verfassungskonforme Mengen von Restwasser fehlten. Deshalb dürfe kein weiteres Wasser entnommen werden. Die Fische würden bereits heute unter Wassermangel leiden.

